Schulze warnt vor Abstrichen bei Klimaschutz wegen Corona-Krise

Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat angesichts der Corona-Krise davor gewarnt, das europäische Klimaschutzvorhaben "Green Deal" in Frage zu stellen. "Der Klimawandel geht nicht einfach weg", sagte Schulze den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. Sie drängte vor allem darauf, Konjunkturprogramme zur Wiederbelebung der Wirtschaft ökologisch auszurichten.

"Die heißen Sommer, der Starkregen, das Abschmelzen der Pole - wir müssen weiter an Lösungen arbeiten, gerade auf der europäischen Ebene", mahnte Schulze. Sie wandte sich damit besonders gegen Vorstöße einiger osteuropäischer Staaten, wegen der Krise den Klimaschutz hintan zu stellen.

Zu Konjunkturprogrammen wegen der Pandemie sagte die Umweltministerin: "Jetzt geht es darum, den Unternehmen zu helfen, die akut besonders leiden. Und längerfristig darf man keine falschen Weichen stellen." Sie betonte den Grundsatz der Nachhaltigkeit: "Wir müssen die Wirtschaft so wieder aufbauen, dass sie klimaverträglich und damit auch zukunfts- und wettbewerbsfähig sind."

Falsch sei es dagegen, jetzt auf Klimaschutzeffekte wegen der Krise zu verweisen. "Klimaschutz durch Wirtschaftskrise - das ist nicht wirklich ein Konzept. Die Emissionen gehen jetzt zurück, aber das ist nicht nachhaltig." Vielmehr seien diese Emissionssenkungen nur "ein kurzfristiges Phänomen, das uns nicht weiterhilft". Durch die Krise entstünden keine "moderneren Strukturen".

Durch das Nachlassen der wirtschaftlichen Aktivität und des Auto- wie Flugverkehrs in der Corona-Krise verringert sich derzeit weltweit der Ausstoß der klimaschädlichen Gase. Auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hatte am Dienstag jedoch vorhergesagt, dass die positiven Auswirkungen auf das Klima "wahrscheinlich nur sehr gering" sein würden. So sei abzusehen, dass der CO2-Ausstoß wieder ansteige, sobald die Pandemie überstanden sei und die Weltwirtschaft wieder anlaufe.