Schumachers Woche: Je älter wir werden, desto wilder war unsere Jugend

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Jetzt mal ehrlich, meine Herren, wer von uns hat nicht diese Geschichte von früher im Repertoire, die ungefähr so geht: Ich war ein unglaublich begabter Sportler, aber leider stoppte eine tückische Knieverletzung meine Karriere, die sonst bis nach Olympia geführt hätte? Bei Fußball-Senioren kommt oft noch das angebliche „Probetraining“ bei Schalke, dem HSV oder Preußen Münster dazu.

Psychologen wissen, dass die Erinnerung ein Miststück ist, das Unbequemes verdrängt und Erwünschtes als Reales abspeichert, um am Ende wenig mit der Wirklichkeit zu tun zu haben. Wenn alle, die es behaupten, tatsächlich mit Andreas Baader, Dieter Bohlen oder Fips Asmussen in einer Schulklasse hockten, dann waren die Klassen größer als der Bundestag. Und Punker und Raver erst! Ehrlich: Wer verkehrte im Ratinger Hof zu Düsseldorf, wer hielt sich tatsächlich ans Motto: Wer sich an die 80er-Jahre erinnern kann, hat nicht richtig mitgemacht?

Der innere Spießer neidet dem Nachwuchs seine Sorglosigkeit

Vergangenheits-Tuning, also die eigene Jugend mit jedem Jahr ein wenig mehr aufzumotzen wie ein Spoiler-Auto, ist beliebter Volkssport in der zweiten Lebenshälfte. Dummerweise ahnt das Unterbewusstsein, dass die Erinnerung trickst. Die Realität lud ja oft auch zum Vergessen ein: gehorsame Jugend mit schnurgeradem Schulverlauf, keine notengefährdende Demo-Teilnahmen, Ausbildung, Bausparvertrag, Lebensversicherung, Partnerschaft, Eigenheim, Kinder, Burnout.

Vielleicht prügeln wir deswegen so gern auf der Partylu...

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