Schwaches Wachstum - Firmenpleiten in Deutschland steigen auf 10-Jahres-Hoch

Auch Galeria schlitterte (erneut) in die Pleite, viele Filialen stehen vor dem Aus.<span class="copyright">Peter Kneffel/dpa</span>
Auch Galeria schlitterte (erneut) in die Pleite, viele Filialen stehen vor dem Aus.Peter Kneffel/dpa

Im ersten Halbjahr 2023 stiegen die Firmenpleiten in Deutschland um 40 Prozent. Grund für diese dramatische Entwicklung ist die lahmende deutsche Wirtschaft.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres stieg die Zahl der Insolvenzen in Deutschland um 40 Prozent, wie das „ Handelsblatt “ unter Berufung auf eine Analyse der Restrukturierungsberatung Falkensteg berichtet. Danach gerieten 162 Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Umsatz in finanzielle Schieflage, darunter die besonders prominenten Firmen , Esprit und FTI.

Insgesamt registrierte Creditreform laut dem Bericht rund 11.000 Insolvenzen - das höchste Niveau seit fast zehn Jahren. Besonders betroffen seien drei Branchen:

  • Immobilienfirmen

  • Autozulieferer

  • Maschinenbauer

Nur ein Drittel der angeschlagenen Firmen hat Sanierungschancen

Die Analyse von Falkensteg für das „Handelsblatt“ zeigt auch, dass die Mehrheit der angeschlagenen Firmen schlechte Sanierungschancen hat. Nur gut ein Drittel (35 Prozent) der betrachteten Unternehmen konnten bis Mitte 2024 gerettet werden. Drei Jahre zuvor habe diese Quote noch bei 57 Prozent gelegen. Jonas Eckhardt, Partner bei Falkensteg, warnte in dem Bericht: „Für den Standort Deutschland wird das zunehmend zum Problem.“

Deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle

Die schwierige Lage hat laut dem Bericht mehrere Ursachen: Neben den Nachwirkungen der Corona-Krise belasteten Inflation und Fachkräftemangel die Wettbewerbsfähigkeit vieler Firmen.

Hinzu kommt noch ein spezielles deutsches Problem: Die hiesige Wirtschaft erlebt eine ausgeprägte Wachstumsschwäche. Für 2024 erwartet die Bundesbank in einer Prognose von Anfang Juni lediglich ein Wachstum um 0,3 Prozent.

Andere Länder der Euro-Zone stehen besser da: In Kroatien soll das Wachstum laut Statista im laufenden Jahr 3,3 Prozent erreichen, in Spanien 2,1 Prozent.