Schweden muss 1,27 Millionen Euro in Bitcoin an Drogendealer zurückzahlen

·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Dieser Behördenfehler ist richtig teuer. In Schweden muss die Polizei einem Drogendealer mehr als 1,27 Millionen Euro zurückzahlen, nachdem sie seine Bitcoins verkauft hatten.

Der Profit aus dem Drogenhandel betrug 36 Bitcoin, die seitdem enorm an Wert gewonnen haben. (Symbolbild: Getty)
Der Profit aus dem Drogenhandel betrug 36 Bitcoin, die seitdem enorm an Wert gewonnen haben. (Symbolbild: Getty)

Das oberste Gericht entschied nun, dass die Beschlagnahmung von 36 Bitcoins nicht rechtmäßig war. Nachdem die schwedische Polizei den Drogendealer erwischt hatte und 2019 hinter Gitter gebracht hatte, war auch das Geld, dass er durch seine illegalen Aktivitäten verdient hatte an den Staat gegangen. Staatsanwältin Tove Kulberg hatte erfolgreich argumentiert, dass sein Vermögen aus dem Verkauf von Drogen stamme. Das Geld hatte der Angeklagte allerdings direkt in Kryptowährung angelegt. Insgesamt 36 Bitcoins besaß er zum Zeitpunkt der Verhaftung.

Staat muss 33 Bitcoins zurückgeben

Das entsprach damals einem umgerechneten Wert von 1,3 Millionen Schwedischen Kronen (etwa 127.000 Euro). Auf diesen Wert bezifferte das Gericht auch den zu beschlagnahmenden Vermögenswert. Doch im Bereich der Kryptowährung hat sich seitdem viel getan. 

Mafia: Kriminelle nutzen vermehrt Kryptowährungen

Damit hatten wohl Gericht und Staatsanwaltschaft nicht gerechnet. Als sie jetzt begannen, die Bitcoins zu versteigern, war der entsprechende Gegenwert bereits nach nur drei Bitcoins erreicht. Den Wert der verbleibenden 33 Bitcoins, etwa 1,27 Millionen Euro, muss der schwedische Staat nach dem Gerichtsurteil nun an den verurteilten Drogendealer zurückzahlen.

"Unglücklich gelaufen"

Anwältin Kulberg gab sich im schwedischen Radio zerknirscht: "Das ist auf viele Arten unglücklich gelaufen. Es hat Konsequenzen, die ich damals so nicht voraus gesehen hatte." Es ist das erste Mal in der schwedischen Rechtsgeschichte, dass so ein Fall vorkommt. Zum Zeitpunkt der Verhandlung gab es keinen Präzedenzfall zum Umgang mit Kryptowährungen. Kulberg sieht die logische Konsequenz aus ihrem Fehler für künftige Verfahren. "Die Lektion, die wir daraus lernen können, ist, den Wert in Bitcoin festzulegen. Der Profit des Verbrechens hätte 36 Bitcoins sein müssen, egal, was deren Wert zu der Zeit war." Die Strafverfolgung sollte in diesem Bereich auch besser ausgebildet werden, forderte die Anwältin laut The Telegraph. "Je höher unser Wissenslevel in der Organisation ist, desto weniger Fehler werden wir machen," sagte Kulberg. In diesem Fall allerdings darf sich der Drogendealer auf einen saftigen Profit seiner Verbrechen freuen, wenn er seine Zeit in Gefängnis abgesessen hat.

VIDEO: Videografik: So funktioniert der Bitcoin

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.