Schweden will neue Untersuchung des "Estonia"-Wracks ermöglichen

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Unterwasseraufnahmen zeigen ein Loch in der Schiffswand

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Untergang der "Estonia" will Schweden eine neue Untersuchung des auf dem Grund der Ostsee liegenden Schiffswracks ermöglichen. Es solle überprüft werden, wie neue Tauchgänge zu dem Wrack juristisch möglich gemacht werden könnten, sagte Innenminister Mikael Damberg am Freitag.

Die schwedische Unfall-Untersuchungsbehörde hatte beantragt, ein Gesetz zu ändern, das Tauchgänge zum Estonia-Wrack verbietet. Zuvor hatte eine Fernseh-Dokumentation Unterwasser-Aufnahmen eines bisher unbekannten vier Meter großen Lochs in der Schiffswand gezeigt.

Die "Estonia" war am 28. September 1994 auf der Überfahrt von der estnischen Hauptstadt Tallinn nach Stockholm bei stürmischer See gesunken. Dabei starben in der Ostsee 852 Menschen, nur 137 Insassen überlebten. Der Untergang der Autofähre gilt als die größte zivile Schiffskatastrophe, seit die "Titanic" 1912 nach dem Zusammenstoß mit einem Eisberg sank.

Bei der Suche nach der Ursache kam eine schwedisch-estnische Untersuchungskommission zu dem Schluss, dass eine beschädigte Bugklappe, die im Sturm auf offener See abriss, zu dem Unglück führte. Schweden, Estland und Finnland hatten das Wrack 1995 zum Grab erklärt, Tauchgänge dorthin sind als Störung der Totenruhe untersagt.

gt/cp