Schweden will stärker gegen Schwarzarbeiter ohne Aufenthaltsgenehmigung vorgehen

Nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm, der von einem Usbeken ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung verübt wurde, wollen die schwedischen Behörden entschiedener gegen Schwarzarbeiter ohne Papiere vorgehen. Geplant seien unangekündigte Polizeikontrollen und eine Verdopplung der Strafen für Arbeitgeber, die Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung beschäftigen, sagte der schwedische Justizminister Morgan Johansson am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Stockholm.

"Es wird den Arbeitgebern weh tun, diese Menschen auszunutzen, die sich oft in einer ungeschützten Situation befinden", erläuterte der Minister den Gesetzentwurf. Wenn etwa ein Unternehmen zehn illegale Beschäftigte habe, müsse es dafür 900.000 Kronen (knapp 94.000 Euro) Strafe zahlen. Wenn Beschäftigte bei Kontrollen keine gültigen Papiere vorweisen können, soll die Polizei künftig digitale Fingerabdrücke nehmen dürfen.

Der 39-jährige Usbeke Rachmat Akilow war vor drei Wochen absichtlich mit einem gestohlenen Lkw in der Innenstadt von Stockholm durch eine Einkaufsstraße gerast. Er tötete vier Menschen und verletzte 15 weitere und wurde schließlich festgenommen. Die schwedischen Behörden hatten im Juni vergangenen Jahres Akilows Abschiebung verfügt. Daraufhin war der Bauarbeiter allerdings abgetaucht.

Die neuen Regelungen müssen noch vom Parlament gebilligt werden und sollen dann am 1. März 2018 in Kraft treten. Die Schwedische Einwanderungsbehörde schätzt, dass sich zwischen 2017 und 2019 etwa 33.000 Menschen in Schweden aufhalten werden, denen eine Aufenthaltsgenehmigung verweigert wurde.

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