Schwedische und norwegische Zeitungen verzichten dieses Jahr auf Aprilscherze

Schwedische Zeitungen

In Zeiten von "Fake News" und Zweifeln an der Glaubwürdigkeit traditioneller Massenmedien verzichten einige Zeitungen in Schweden und Norwegen dieses Jahr auf Aprilscherze. "Da wir wissen, wie leicht sich Falschnachrichten verbreiten, will ich nicht den Namen der 'Smalandsposten' in einer potenziell viralen und falschen Geschichte sehen", schrieb der Chefredakteur der schwedischen Zeitung "Smalandsposten", Magnus Karlsson, am Freitag in einem Leitartikel.

Laut schwedischer Nachrichtenagentur TT verzichten eine Reihe weiterer Zeitungen dieses Jahr auf den Brauch, am 1. April mitunter skurrile Falschnachrichten zu drucken. Der Chefredakteur der Zeitung "Jönköpings-Posten", Erik Berger, sagte der Nachrichtenagentur AFP, in seiner Redaktion sei viel darüber diskutiert worden und letztlich habe sie sich gegen die Aprilscherze entschieden.

Der Chefredakteur der Zeitung "Västerbottens-Kuriren", Ingvar Näslund, sagte TT, angesichts der "Diskussionen über die Glaubwürdigkeit der Medien" seien Aprilscherze der Medien unangebracht.

Norwegens größte Medien - der öffentlich-rechtliche Sender NRK und die Zeitungen "Aftenposten", "VG" und "Dagbladet" - haben die Tradition des Aprilscherzes bereits vor einigen Jahren aufgegeben. Laut NRK wollen am Samstag einige Regionalzeitungen diesem Beispiel folgen. "Ich glaube, wir müssen vorsichtig sein mit der Idee, die Leute zu täuschen", sagte etwa die Chefredakteurin von "Drammens Tidende", Kristin Monstad.

Über soziale Online-Netzwerke wie Facebook werden immer wieder Falschinformationen, sogenannte Fake News, verbreitet. Rechtspopulisten wie US-Präsident Donald Trump kritisieren andererseits missliebige Berichte traditioneller Medien immer wieder als "Fake News".

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