Schweine unter sich: Hybrid-Tier in Fukushima entdeckt

·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Zehn Jahre nach der Nuklear-Katastrophe in Fukushima ist die Region in Japan nach wie vor menschenverlassen. Doch die Natur hat sie längst wieder erobert - mit einer Mischung aus zwei Tierarten, die sich dort breitmacht.

NAMIE, JAPAN - FEBRUARY 26:  A lone house sits on the scarred landscape, inside the exclusion zone, close to the devastated Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant on February 26, 2016 in Namie, Fukushima Japan. The area is now closed to residents due radiation contamination from the Fukishima nuclear disaster. March 11, 2016 marks the fifth anniversary of the magnitude 9.0 earthquake and tsunami which claimed the lives of 15,894, and the subsequent damage to the reactors at TEPCO's Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant causing the nuclear disaster which still forces 99,750 people to live as evacuees away from contaminated areas.  (Photo by Christopher Furlong/Getty Images)
Fukushima ist seit Jahren menschenleer - Tiere haben sich jedoch breitgemacht (Symbolbild: Christopher Furlong/Getty Images)

Am 11. März 2011 sorgte ein Erbeben der Stärke 9 für einen Tsunami, der nicht nur die Region um Fukushima verwüstete, sondern auch das dortige Kernkraftwerk und damit eine nukleare Katastrophe auslöste. Über 2300 Menschen starben, und rund 164.000 Personen wurden aus dem Gebiet evakuiert - darunter auch Schweinebauern, die ihre Tiere zurücklassen mussten. 

Doch wie sich herausstellt, haben nicht wenige der Hausschweine überlebt und sind in die Wildnis ausgebrochen, wo sie sich mit ansässigen Wildschweinen gepaart haben. Diese Hybrid-Tiere erobern sich Fukushima nun zurück. 

Kurios: Polizistinnen finden Alligator unter Süßigkeitenautomat

Veröffentlicht wurden diese Beobachtungen im Proceedings of the Royal Society B. Der Bericht stellt dar, welche Folgen die Katastrophe neben dem Menschen auch für die ansässige Fauna hatte. In Abwesenheit des Menschen und seine Technologie, so heißt es darin, kann sich Tier- und Pflanzenwelt in Fukushima wieder frei entfalten. 

Ob sich das Hybrid-Tier als Gattung durchsetzt, ist fraglich

Ursprünglich hatten die Autoren der Studie von den Universitäten Fukushima und Yamagata untersuchen wollen, wie sich die Wildschwein-Population in und um die Fukushima-Region in den vergangenen zehn Jahren seit der Katastrophe entwickelt hatte. Schon bei vorherigen Datenerhebungen hatte sich gezeigt, das die Zahl der Tiere zwischen 2014 und 2018 von 49.000 auf 62.000 Wildschweine gewachsen war. 

Bei DNA-Tests entdeckten die Forscher jedoch das Hybrid-Schwein. Innerhalb der evakuierten Zone machen diese Tiere 16 Prozent der Gesamtpopulation aus - 31 Stück sind es insgesamt. Wie der leitende Autor des Berichts, Donovan Anderson, IFL Science erklärt, seien die Hybrid-Tiere im Gegensatz zu den vorwiegend nachtaktiven Wildschweinen eher tagaktiv. Dies liege an der Abwesenheit vom Störfaktor Mensch. Die nukleare Strahlung scheint keinen negativen Einfluss auf die DNA der Tiere gehabt zu haben, wie der Bericht feststellt. 

Galt schon als ausgestorben: Riesenschildkröte entdeckt

Ob das Hybrid-Schwein als neue Gattung bestehen bleibt, ist allerdings fraglich, denn die Gene der Hausschweine scheinen sich über folgende Generationen nicht durchsetzen zu können. In manchen der gekreuzten Wildschweine betrug der Anteil an Hausschwein-DNA lediglich 8 Prozent. Dennoch ist die Beobachtung ein weiterer Beweis, wie sich die Natur in für den Menschen unbewohnbaren Gegenden wie Tschernobyl oder Fukushima durchsetzt. 

Video: Flucht vor dem Schlachter: Schwein bringt Ferkel im Wald zur Welt

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.