Schweizer Bundesgericht hebt Urteil gegen Guatemalas Ex-Polizeichef auf

Das Schweizer Bundesgericht hat die lebenslägliche Haftstrafe gegen Guatemalas Ex-Polizeichef Erwin Sperisen wegen zehnfachen Mordes aufgehoben und eine Neuverhandlung angeordnet. Das oberste Gericht der Schweiz teilte am Mittwoch mit, bei Sperisens Verurteilung seien wichtige Beweise nicht berücksichtigt worden.

2014 war Sperisen, der die Schweizer und die guatemaltekische Staatsbürgerschaft hat, wegen des Mordes an sieben Häftlingen verurteilt. Ein Genfer Berufungsgericht hatte das Urteil gegen Sperisen von 2014 im folgenden Jahr bestätigt und ihn sogar wegen des Mordes an drei weiteren Häftlingen schuldig gesprochen. Das Bundesgericht bezeichnete die Verteilung nun als "willkürlich".

Das Schweizer Bundesgericht entschied Ende Juni, das Gericht in Genf habe falsches Beweismaterial verwendet und Sperisens Verteidigung eingeschränkt. Sperisens Anwalt Florian Baier sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP, sein Mandant werde wohl in den kommenden Tagen frei kommen. Demnach war noch unklar, wann die Genfer Staatsanwaltschaft eine Neuverhandlung anstrebe.

Nach Schweizer Recht dürfen Staatsbürger im Inland belangt werden, auch wenn sie im Ausland Straftaten begangen haben. Der 47-Jährige Sperisen bestreitet die Taten.

Sperisen wurde 2004 zum Polizeichef Guatemalas ernannt. Nachdem die Polizei drei Jahre später beschuldigt wurde, an der Ermordung von drei venezolanischen Parlamentariern beteiligt gewesen zu sein, trat er zurück und floh in die Schweiz. Dort traten Menschenrechtsorganisationen seit 2008 für eine Verurteilung von Sperisen ein.

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