Schweizer Fotograf in Hongkong vom Vorwurf der Unruhestiftung freigesprochen

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Der schweizer Fotograf Progin in Hongkong
Der schweizer Fotograf Progin in Hongkong

Ein in Hongkong wegen Beihilfe zur Unruhestiftung angeklagter Schweizer Fotograf ist freigesprochen worden. Es gebe keine Beweise für die Anschuldigungen gegen Marc Progin, urteilte eine Richterin am Freitag. Der 75-Jährige war beschuldigt worden, während der Proteste von Demokratie-Aktivisten in Hongkong einem Festland-Chinesen absichtlich die Tür vor der Nase zugeschlagen zu haben - der Mann wurde daraufhin attackiert.

Filmaufnahmen zeigten, wie der Mann, ein Mitarbeiter von JP Morgan, vergangenes Jahr vor dem Gebäude der Bank den Protestierenden zurief: "Wir sind alle Chinesen!" Kurz bevor er von einem vermummten Demonstranten angegriffen wurde, schloss Progin die Tür der Bank. Vor Gericht argumentierten die Anwälte des Fotografen, er habe dies nur getan, um besser fotografieren zu können.

Das Argument der Verteidigung konnte der Richterin zufolge nicht entkräftet werden. Zudem gebe es auch keine Beweise dafür, dass Progin in Kontakt mit den Demonstranten stand. Das Verhalten des Chinesen hingegen habe die Demonstranten provoziert.

Progin, der seit 1976 in Hongkong lebt, sagte nach dem Freispruch, er sei "sehr glücklich." Im Fall einer Verurteilung drohte dem Schweizer bis zu ein Jahr Haft.

2019 hatte es in Hongkong monatelang Massenproteste gegen den zunehmenden Einfluss Pekings gegeben - mehr als 10.000 Menschen wurden festgenommen. Seitdem haben die Hongkonger Behörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung massiv verschärft.

Seit Juni können sie auch auf ein von Peking verabschiedetes sogenanntes Sicherheitsgesetz zurückgreifen. Es erlaubt den Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen.

hg/ju