Schweizer soll deutsche Steuerfahnder ausspioniert haben

Der Schweizer soll jahrelang als Spion des Schweizer Geheimdienstes in Deutschland tätig gewesen sein. Foto: Sebastian Willnow

Gegen den wegen Spionage in Deutschland festgenommenen Schweizer wird nach Informationen des Schweizer Radios auch in der Schweiz ermittelt. Dem 54-Jährigen werde vorgeworfen, vermeintliche Schweizer Bankdaten an Deutsche verkauft zu haben.

«Daniel M. wurde damals in einer Agent-Provocateur-Aktion von Deutschen angesprochen und ist bis zu einem gewissen Grad auf diese Angebote eingegangen», sagte sein Schweizer Anwalt Valentin Landmann dem Schweizer Fernsehen SRF. Sein Mandant habe aber keinerlei gültige Bankdaten aus der Schweiz geliefert. Als Agent Provokateur wird jemand bezeichnet, der - meist im Auftrag eines Staates - Dritte zu rechtswidrigen Handlungen animieren soll.

Zu dem Vorwürfen in Deutschland sagte der Anwalt: «Daniel M. wird beschuldigt, für den schweizerischen Nachrichtendienst deutsche Steuerfahnder ermittelt zu haben, die illegal in der Schweiz tätig waren. Und zwar im Zusammenhang mit der Affäre um CDs mit Schweizer Bankdaten, die an deutsche Steuerbehörden verkauft worden sein sollen.» Ob der Schweizer Nachrichtendienst NDB tatsächlich der Auftraggeber war, sagte der Anwalt nicht, aber: «Daniel M. hat solche Ermittlungen mit Sicherheit nicht aus Hobbygründen getätigt.» Sein Mandant sei als Sicherheitsberater vor allem im Finanzbereich tätig.

Über die Verhaftung hatte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Freitag informiert. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach von einem Skandal, sollten die Vorwürfe sich bewahrheiten.

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