Schweizer Soziologe warnt: „Der Dritte Weltkrieg hat längst begonnen“

John Stanley Hunter
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Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler ist der Ansicht, wir würden uns mitten im Dritten Weltkrieg befinden. „Der Dritte Weltkrieg hat längst begonnen“, zitiert die österreichische Tageszeitung „Kurier“ den umstrittenen Globalisierungskritiker. Ziegler ist sicher, dass ein Krieg gegen die Dritte Welt durch Fakten belegt ist: „Diese Menschen sterben durch Kriege, Hunger, Kindersterblichkeit, durch verseuchtes Wasser oder an sich längst besiegte Epidemien“, sagte er dem Blatt. Allein im Jahr 2016 seien 54 Millionen Menschen „gefallen“.

Für Ziegler steht fest: Schuld daran ist eine „Weltdiktatur des globalisierten Finanzkapitals“. Er kritisiert, dass die 500 größten Konzerne der Welt 52,8 Prozent des Weltbruttosozialproduktes kontrollieren würden. Das System der USA sei eine Oligarchie, Milliardäre seien dort direkt an der Macht, erklärt Ziegler.

Nach „200 Jahren Konkurrenz, Marktwillkür und Monopolisierung von Macht“ sieht Ziegler den Kapitalismus nicht als reformierbar. Der Soziologe prangert an, dass die Ungleichheit der Vermögen keine Konsequenzen hätte. Im Interview mit dem Deutschlandfunk hatte Ziegler erst kürzlich gefordert, dass Parlamente und Bundestag Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel verbieten.

Dazu fordert er das Engagement der Bürger, denn der Soziologe verspricht sich von der Maßnahme die Rettung von Millionen Menschen. „Die Hedgefonds und Großbanken machen astronomische Profite mit der Spekulation auf Reis, Mais, Getreide und anderen Nahrungsmittel und treiben die Weltmarktpreise in die Höhe, und das führt dazu, dass das Welternährungsprogramm dann nicht genügend Nahrung aufkaufen kann, um es in den Lagern in den fürchterlichen Elendsgebieten an die Menschen zu verteilen“, sagte Ziegler dem Nachrichtensender.

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