Schwere Vergewaltigungsvorwürfe gegen Nick Carter

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Nick Carter galt lange Zeit als der perfekte Schwiegersohn. Doch dieses Bild hat mit der Aussage eines vermeintlichen Vergewaltigungsopfers nun große Risse bekommen.

Diese Vorwürfe wiegen schwer! Melissa Schuman (33), ehemalige Sängerin der Girlgroup Dream, hat in einem ausführlichen Artikel auf ihrem persönlichen Blog beschrieben, wie sie als damals 18-Jährige von Nick Carter (37), einem Mitglied der Backstreet Boys, vergewaltigt wurde.

Detailliert erzählt Schuman die Ereignisse jener Zeit nach. Sie erklärt, sie habe Carter, damals 22, über ihr Label kennengelernt. Es habe zunächst alles mit einem harmlosen Telefonat angefangen. Er sei damals sehr höflich gewesen. Schuman habe aber kein Interesse an ihm gehabt, da sie zu diesem Zeitpunkt einen Freund hatte. Ein paar Jahre später hätten sie sich dann am Set eines TV-Films, für den sie beide gecastet wurden, getroffen. Mittlerweile sei Schuman wieder Single gewesen, weshalb sie an einem drehfreien Tag auch eine Einladung in sein Appartement in Santa Monica angenommen habe...

Es begann alles mit harmlosen Küssen

Gemeinsam mit einer Freundin sei sie am Abend zu Carter gefahren. Es habe ein paar Drinks gegeben, man saß beisammen, spielte ein paar Videospiele, lachte zusammen. Mehr nicht, so Schuman. Es sei keine wilde Hausparty gewesen. Als Nick sie dann fragte, ob sie mit ihm ein paar neue Songs anhören wolle, an denen er gerade arbeitete, habe sie zugestimmt. Gemeinsam gingen sie in sein Büro, hörten Musik und begannen sich zu küssen. Schuman schreibt weiter, dass Carter gewusst habe, dass sie noch Jungfrau war, und sie sich den Moment für ihren späteren Ehemann aufbewahren wollte.

Anschließend sei Carter mit ihr ins Badezimmer gegangen. Sie küssten sich weiter. Plötzlich habe er begonnen ihre Hose aufzuknöpfen. "Ich habe ihm gesagt, ich will nicht weitergehen", doch er habe nicht gehört. "Er sagte mir, 'mach dir keine Sorgen. Ich werde es niemandem sagen'". Doch das sei nicht der Grund gewesen, warum sie nicht weitermachen wollte. Carter habe das jedoch ignoriert, ihre Hose ausgezogen und mit Oralsex angefangen. Anschließend hätte er von ihr dasselbe verlangt, Schuman habe sich geweigert, was ihn etwas wütend gemacht habe.

"Ich könnte dein Ehemann sein"

Allerdings habe sie sich gegen ihn nicht wehren können, da er größer und stärker war. Als Carter dann ihre Hand auf seinen Penis legte, habe sie nur noch den Gedanken gehabt, "der einzige Weg hier rauszukommen ist, das zu beenden, was er angefangen hat". Doch auch das hätte seinen Appetit nicht gestillt, schreibt Schuman.

Vom Badezimmer ging es ins Schlafzimmer, wo Carter sie auf das Bett geworfen und sich auf sie gelegt habe. "Ich sagte ihm nochmals, dass ich Jungfrau bin und ich keinen Sex haben will. Ich sagte ihm, dass ich mich für meinen künftigen Ehemann aufspare. Immer wieder sagte ich ihm das. Er flüsterte mir ins Ohr: 'Ich könnte dein Ehemann sein'", schildert Schuman. Anschließend sei es passiert: "Die eine Sache, die ich als Tugend aufgehoben hatte, war ruiniert worden".

Das Martyrium nach dem Martyrium

Ihrer Freundin, die von alldem nichts mitbekam, habe sie davon nichts erzählt. Sie wollte selbst nicht glauben, dass das alles real war. "In den nächsten Wochen zog ich mich immer weiter von meinen Freunden und meiner Familie zurück und sie bemerkten es. Ich habe es immer noch niemandem erzählt", so Schuman.

Carter habe sich daraufhin noch häufig via Telefon bei ihr gemeldet, aber sie sei nie hingegangen. Sie wollte seine Stimme nicht hören. Nach einiger Zeit habe er ihr eine böse Nachricht hinterlassen, sich dann aber nie mehr gemeldet. Für Schuman war das Martyrium aber noch lange nicht vorbei. Durch ihren neuen Manager Kenneth Crear sollte sie später wieder in Kontakt mit Carter kommen. Was Schuman zunächst nicht wusste: Crear und Carter waren gute Freunde.

Immer wieder musste sie sich vor sich selbst rechtfertigen

Ihr Manager habe ihr ein Showcase für ein großes Label organisiert. Dafür hatte sie einige Songs aufgenommen. Einer davon war ein Duett - ausgerechnet mit Nick Carter. Das Lied sangen sie aber nie gemeinsam ein. Sein Part sei bereits zuvor aufgenommen worden und später wurde Schumans Teil hinzugefügt. Sie schreibt, sie wusste nicht, was sie hätte tun sollen: "Ich konnte meinem Manager nicht sagen, dass sein bester Freund mich vergewaltigt hat und ich den Song nicht aufnehme".

Immer wieder habe sie sich vor sich selbst gerechtfertigt, dass aus all dem Bösen noch etwas Gutes entstehen könne. Vielleicht könnte ihr der Song helfen, endlich als Solo-Künstlerin durchzustarten. Doch es sei alles noch schlimmer gekommen. Ihr Manager hatte Carter gefragt, ob er den Song mit Schuman live beim Showcase performen würde. Carter stimmte zu. Als sie sich dann erstmals wieder gegenüberstanden, hätten beide kaum miteinander geredet.

"Ich war gebrochen. Ich war müde. Ich war traumatisiert"

Doch die Hoffnung auf einen Karriere-Kick zerschlug sich. Das Label gab ihr keinen Vertrag. Später habe sie nie wieder ein Showcase gemacht. Ihre Karriere als Sängerin gab sie auf. "Ich war gebrochen. Ich war müde. Ich war traumatisiert", beschreibt Schuman ihren damaligen Zustand. Und endlich begann sie sich zu öffnen. Sie erzählte den Vorfall einem Therapeuten, ihrer Familie, Freunden. Doch sie hätte nie die große Plattform gehabt, um ihre Geschichte publik zu machen, erklärt Schuman.

Als die schweren Anschuldigungen gegen Harvey Weinstein (65) öffentlich wurden, hätten ihr viele Freunde geraten, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch Schuman wollte sich mit diesem traumatischen Erlebnis nicht mehr auseinandersetzen. Jedoch habe sie sich geschworen, sollte sich jemals ein anderes Opfer zu Wort melden, dann wäre es ihre Pflicht auch an die Öffentlichkeit zu gehen. Und so kam es. Ende Oktober 2017 veröffentlichte die US-Website "Radar Online" einen Bericht, dass gegen Nick Carter ermittelt werde. Er soll einen weiblichen Fan sexuell belästigt haben.

"Wer zur Hölle will dafür bekannt sein, vergewaltigt worden zu sein?"

Die Kommentare unter dem Artikel haben Schuman schockiert. Dem 20-jährigen Mädchen wurde vorgeworfen, eine Lügnerin zu sein. Weiter hieß es, Frauen würden alles tun, um ihre 15 Minuten Ruhm zu bekommen. Sie hätten keine Moral, keinen Respekt. Sie würden für das schnelle Geld Karrieren und den guten Ruf zerstören. Und genau solche Kommentare seien daran schuld, so Schuman, dass sich viele Opfer nicht an die Öffentlichkeit trauen. Am Ende stellt Schuman noch eine einfache Frage: "Wer zur Hölle will dafür bekannt sein, vergewaltigt worden zu sein?"

Sie hoffe nun darauf, anderen Opfern durch ihre Geschichte dabei zu helfen, auch über ihre Erlebnisse zu berichten. Nick Carter selbst hat sich bisher zu den schweren Vorwürfen nicht geäußert.

Foto(s): [M] Globe-Photos/ImageCollect/Kathy Hutchins/Shutterstock.com

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