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Mehr als 50 Verletzte und mutmaßlich ein Toter bei schwerstem Erdbeben in Taiwan seit 25 Jahren

Ein schweres Erdbeben hat am Mittwochmorgen (Ortszeit) den Osten Taiwans erschüttert und Tsunami-Warnungen für die selbstverwaltete Insel sowie Teile Südjapans und der Philippinen ausgelöst. (-)
Ein schweres Erdbeben hat am Mittwochmorgen (Ortszeit) den Osten Taiwans erschüttert und Tsunami-Warnungen für die selbstverwaltete Insel sowie Teile Südjapans und der Philippinen ausgelöst. (-)

Beim schwersten Erdbeben in Taiwan seit 25 Jahren sind mehr als 50 Menschen verletzt worden, ein Mensch ist nach Angaben von Rettungskräften vom Mittwoch mutmaßlich tot. Zahlreiche Gebäude wurden der Feuerwehr zufolge beschädigt. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte das Beben eine Stärke von 7,4, das Epizentrum befand sich demnach 18 Kilometer südlich der Stadt Hualien. Das Beben löste Tsunami-Warnungen auf der selbstverwalteten Insel sowie in Teilen Südjapans und auf den Philippinen aus. Später teilte das Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) in den USA mit, dass die Tsunami-Bedrohung weitgehend vorüber sei.

Der Direktor des Seismologischen Zentrums in Taipeh, Wu Chien-fu, sprach vom schwersten Erdbeben in Taiwan seit 25 Jahren. Das Erdbeben war in ganz Taiwan zu spüren. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von starken Erschütterungen. Die Nachbeben, unter denen nach Angaben der Wetterbehörde von Taipeh auch eines der Stärke 6,5 in der Nähe von Hualien war, war auch in Taipeh zu spüren.

In der taiwanischen Hauptstadt wurde der U-Bahn-Verkehr kurzzeitig eingestellt. Innerhalb einer Stunde konnte er jedoch offenbar wieder aufgenommen werden. Bewohner wurden derweil gewarnt, nach Gaslecks zu suchen.

"Ich wollte rauslaufen, aber ich war nicht angezogen", sagte Hotelgast Kelvin Hwang. "Das war so stark."

In Hualien stürzten nach Angaben der örtlichen Feuerwehr zwei Gebäude ein. Auf Bildern war ein Gebäude zu sehen, das in eine deutliche Schieflage geraten war. In einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz der nationalen Feuerwehr hieß es, 26 Gebäude seien in Schieflage geraten oder eingestürzt. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Die japanische Meteorologiebehörde gab die Stärke anfangs mit 7,5 und später mit 7,7 an. Sie warnte zunächst vor Tsunami-Wellen mit Höhen von drei Metern in der südlichen Inselregion Okinawa, ihren Angaben zufolge wurden an mehreren Orten mit bis zu 30 Zentimetern deutlich kleinere Wellen registriert. Am Flughafen Naha in der Region wurde der Betrieb zwischenzeitlich ausgesetzt, später jedoch wieder aufgenommen.

Die Philippinen warnten zwischenzeitlich vor "hohen Tsunami-Wellen" und riefen zur Evakuierung von Küstengebieten auf. Einige Stunden später wurde die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben.

Taiwan wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert, weil in der Region tektonische Platten aufeinander stoßen. 1999 ereignete sich das Erdbeben mit den bislang meisten Toten in der Geschichte Taiwans. Durch die Erschütterungen der Stärke 7,6 kamen damals rund 2400 Menschen ums Leben.

In Japan gibt es jedes Jahr etwa 1500 Erschütterungen. Das bisher schwerste Erdbeben im Land wurde im März 2011 mit einer Stärke von 9,0 vor der Nordostküste des Landes verzeichnet. Es löste einen Tsunami aus, durch den rund 18.500 Menschen ums Leben kamen oder vermisst wurden. Die Naturkatastrophe hatte zudem den Ausfall des Kühlsystems im Akw Fukushima Daiichi zur Folge, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze.

mhe