Wie aus Sebastian Frank einer der besten Köche Berlins wurde

Mit seinem Team im Kreuzberger „Horváth“ hat sich der Niederösterreicher Sebastian Frank zwei Michelin-Sterne erkocht. Wie geht das?

Es sind ungewohnte Tage für den Sternekoch Sebastian Frank: Eine Filmpreisverleihung am Abend zuvor und nun dieses Interview vor Arbeitsbeginn. Raus aus der Blase, aus dem gewohnten Rhythmus, der Komfortzone. Interessant ist das, sagt er, passiert ja nur selten. Am Ende ist es echt okay, dass sein Alltag ein anderer ist. Er sagt, sogar im nächsten Leben würde er nicht tauschen wollen.

Frank steht vor seinem Restaurant, dem Horváth in Kreuzberg, die Jalousien sind noch unten. Erst ab nachmittags wird er dort mit seinen Kollegen wieder das Menü für den Abend vorbereiten. Also erstmal durch die Straßen schlendern, die er vor allem von der Parkplatzsuche kennt, wie er sagt. Sein Kiez ist ein anderer: Französisch Buchholz, 16 Kilometer von hier. Die Trennung von Arbeit und Familie sei wichtig.

Wir laufen los, am Ufer entlang, hoch bis zur Ohlauer Straße, dann rechts. Vögel lassen sich über dem Kanal in den Windböen treiben. Ein junger Mann wankt friedlich an uns vorbei, Musik schallt aus einer Box, die er bei sich trägt. Er wirkt alkoholisiert – noch aus der Nacht, vielleicht auch schon wieder. Frank spricht unbeirrt weiter in seinerniederösterreichisch-gurgelnden Tonlage. Sie klingt beruhigend, etwa wie die Stimme eines Märchenerzählers.

Arbeiten, wenn andere frei haben

Der Zwei-Sterne-Koch hat sich daran gewöhnt, in seiner eigenen Welt zu sein, in der er, der Koch, arbeitet, wenn andere frei haben. Abgeschottet und immer hinter den Kulissen, um Fremden geschmacklich einen möglichst ...

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