Sechs Männer in Indien wegen Gruppenvergewaltigung von Achtjähriger verurteilt

Der Bus mit den Angeklagten auf dem Weg zum Gericht

Wegen der Gruppenvergewaltigung und Ermordung eines achtjährigen Mädchens sind in Indien sechs Männer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Angeklagten wurden am Montag schuldig gesprochen, das Kind aus einer muslimischen Familie von Nomaden verschleppt, missbraucht und getötet zu haben. Gegen drei Angeklagte wurde lebenslange Haft verhängt, darunter der Ortsvorsteher und ein Polizist. Fünfjährige Haftstrafen ergingen wegen Vertuschung und Bestechlichkeit gegen drei weitere Angeklagte.

Der Prozess wurde in Pathankot im nördlichen Bundesstaat Punjab abgehalten, nachdem die Angehörigen des Mädchens und ihre Anwälte über Morddrohungen geklagt hatten. Die Staatsanwaltschaft behielt sich in ihrer ersten Reaktion auf den Urteilsspruch vor, in Berufung zu gehen. Die juristische Aufarbeitung des Falls ist ohnehin nicht abgeschlossen: Ein siebter verdächtiger Mann soll einem Jugendgericht vorgeführt werden, weil er angibt, zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig gewesen zu sein. Ein achter Angeklagter wurde am Montag freigesprochen.

Die Achtjährige war im Januar 2018 entführt und in ein Dorf im Kathua-Distrikt im Bundesstaat Jammu verschleppt worden. Fünf Tage lang wurde sie in einem hinduistischen Tempel gefangen gehalten, wiederholt vergewaltigt und schließlich erwürgt und zu Tode geprügelt.

Der Fall hatte gewaltsame Proteste in Jammu und Demonstrationen in zahlreichen anderen Orten Indiens ausgelöst, darunter die Metropolen Neu Delhi, Mumbai und Bangalore. Am Montag waren zur Bekanntgabe des Urteilsspruchs mehrere hundert Polizisten im Einsatz.