Seehofer sieht sich selbst als Erfolgsgaranten der CSU

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CSU-Chef Seehofer

CSU-Chef Horst Seehofer hält sich weiter für einen Erfolgsgaranten für seine Partei und den Freistaat Bayern

CSU-Chef Horst Seehofer hält sich weiter für einen Erfolgsgaranten für seine Partei und den Freistaat Bayern. "Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit" könne er den Erfolg für die CSU gewährleisten, sagte Seehofer am Montag in München vor Journalisten zu den Gründen, seine Laufbahn doch noch fortzusetzen. Für die Bundestagswahl setzt die CSU mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) als Spitzenkandidat auf das Thema der inneren Sicherheit.

Seehofer sagte, er sei nun seit 37 Jahren Berufspolitiker und seit 21 Jahren in verschiedenen Funktionen Regierungsmitglied. "Die Leidenschaft hat mich keinen Tag losgelassen." Er sei nach Rücksprache mit seinen Ärzten auch körperlich weiter in der Lage, die beiden Ämter des CSU-Chefs und des Ministerpräsidenten auszüben, sagte der 67-Jährige. "Ich sehe noch eine ganze Menge, was ich für Bayern und Deutschland entwickeln kann", sagte Seehofer.

Dass er selbst wiederholt das Ende seiner Laufbahn für das Jahr 2018 angekündigt hatte, bezeichnete er im Nachhinein als einen Fehler. "Es war nicht klug." Er habe dies auch dem Parteivorstand so gesagt - dort sei die Ankündigung seiner Karrierefortsetzung dann einhellig begrüßt worden. Abwehrend äußerte sich Seehofer zu Spekulationen, er könnte im Fall eines Wahlerfolgs bei der nächsten Landtagswahl keine volle Legislaturperiode mehr zur Verfügung stehen. "Ich mache keine Zeitangabe mehr."

Herrmann begründete seine eigene Bereitschaft zur Spitzenkandidatur und dem damit verbundenen Wechsel vom Landtag in den Bundestag mit seinem Profil als Innenpolitiker. "Die Menschen haben ein Recht auf Sicherheit." Es sei gerade eine Zeit, in der es bundesweit die Erwartung gebe, dass der Staat sich mehr um die Sicherheit der Menschen kümmere. Er wolle das, was in Bayern geleistet werde, "möglichst in ganz Deutschland" realisieren.

Mit der Kandidatur Herrmanns verbindet sich die Erwartung, dass die CSU im Fall eines Wahlsiegs bei der Bundestagswahl wieder das Bundesinnenministerium übernimmt. Herrmann sagte zwar, es gebe keinen Anlass, Bedingungen zu stellen. Er sei aber bereit, Verantwortung in Berlin zu übernehmen. Die CSU hatte 2013 das Innenressort an die CDU abgegeben, seither ist Thomas de Maizière Bundesinnenminister.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley nannte derweil in Berlin Seehofers Ankündigung "eine Neuauflage des Komödiantenstadls nach dem Motto 'Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?'". Seehofers Vorgehen zeige eine barocke Selbstherrlichkeit und dürfte in der CDU nur begrenzten Jubel auslösen, sagte Barley. Zwischen Seehofer und CDU-Chefin Angela Merkel sei das Tischtuch "seit langem tief zerrissen".

CDU-Generalsekretär Peter Tauber schrieb derweil bei Twitter: "Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und einen erfolgreichen Wahlkampf."

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