Seelsorge in Porz-Urbach: Weihbischof Steinhäuser besucht seine Schäfchen

Weihbischof Rolf Steinhäuser ist unterwegs zur Visitation in den Seelsorgebereichen

Tausend Jahre wie ein Tag – davon singen und sprechen die jungen Menschen, denen Weihbischof Rolf Steinhäuser bei einer Festmesse in der Urbacher Pfarrkirche das Sakrament der Firmung spendet. Sie nehmen Bezug auf eine göttliche Ordnung, die mit menschlichen Maßstäben nicht fassbar scheint.

Aber was sind schon menschliche Maßstäbe in einer Zeit rasanten Wandels? Damit befasst sich der Weihbischof intensiv und auf vielen Gesprächsebenen, während er bis Ende April die drei katholischen Seelsorgebereiche in Porz visitiert.

Steinhäuser ist seit anderthalb Jahren Bischof

„So eine Visitation ist eine Mischung aus Pflicht und Kür“, sagt Steinhäuser, der erst vor knapp anderthalb Jahren zum Bischof geweiht worden ist und die Anliegen von Gemeinden aus seiner Zeit als Pfarrer sehr gut kennt. „Ich erfahre viel über Strukturen in den Gemeinden, spreche mit Seelsorgern, Pfarrgemeinderäten, Kirchenvorständen, besuche kirchliche Einrichtungen und lerne engagierte Laien kennen, ohne die Kirche nicht mehr denkbar wäre“.

Das alles trage er wie ein Puzzle zusammen, um ein Bild vom Ist-Zustand zu erhalten. „Daraus sollen gemeinsam Perspektiven entwickelt werden“, sagt Steinhäuser.

„Wie in den vergangenen Jahrzehnten immer deutlicher geworden ist, darf Kirche nicht stehenbleiben, sondern verändert sich mit den Menschen.“

Probleme in Porz wie in anderen Gemeinden auch

Manche Probleme sind in Porz die gleichen wie anderswo: Wie funktioniert das Gemeindeleben, seit Seelsorgebereiche die früheren Einzelpfarreien zusammenfassen? Wie schaffen Seelsorger den Spagat zwischen ihrem Hirtenamt für die Gläubigen und dem Bürodienst? Wie lassen sich junge Menschen für den Glauben und für kirchliches Engagement begeistern?

Für diese Fragestellungen hat der Weihbischof keine fertigen Antworten, sondern gibt Anstöße. „Es fällt in den Gemeinden oft schwer, sich von eingeübten Strukturen zu trennen,“ hat er erfahren, „da kann es hilfreich sein, wenn jemand wie ich von außen kommt und vielleicht die Spannung zwischen persönlichen Befindlichkeiten und der Sache selbst deutlich macht“.

Kirche besteht aus Menschen

Aus einer anderen Visitation im Rheinland berichtet er über Diskussionen wegen der Aufgabe eines stark sanierungsbedürftigen Gotteshauses. Es sei freilich schwer, von Liebgewordenem Abschied zu nehmen. Aber Kirche bestehe nicht vorrangig aus Gebäuden, sondern aus Menschen. Ihm sei daran gelegen, das in den Fokus zu rücken.

Für kirchliches Personal sieht Steinhäuser seine starke Rollenveränderung „vom Versorger zum Ermöglicher“. Das fordere Haupt- und Ehrenamtler heraus. „Für Laien stellt sich jetzt die Aufgabe, nicht einfach dem Pastor zu helfen, sondern als mündiger Christ aufzutreten und auch Kontroversen nicht zu scheuen“, beschreibt der Weihbischof.

Hauptsamtlichen Seelsorgern in größeren Einheiten werde künftig ein Verwaltungsleiter zur Seite gestellt, um sie von Administration zu entlasten. „Davon wird nicht jeder Geistliche begeistert sein“, erwartet Steinhäuser. Manche Pfarrer hätten sich in ihren Büro-Pflichten ganz behaglich eingerichtet und scheuten womöglich die Aussicht darauf, „im Wind mitten in der Gemeinde zu stehen“.

Visitation wird Anliegen aufzeigen

Welche besonderen Anliegen die Porzer Seelsorgebereiche haben, wird erst die Visitation ergeben. Steinhäuser plant, zum Abschluss den Seelsorgern persönlich und auch den Gemeinden über seine Eindrücke zu berichten. Er werde die Porzer Anliegen mit ins Erzbistum nehmen.

„Als Weihbischof kann ich nicht allein Entscheidungen treffen“, sagt er. Aber für die Jahre bis zur dann folgenden Visitation habe das erzbischöfliche Generalvikariat durch seinen Bericht eine Grundlage, wenn es um weitere Entwicklungen und Entscheidungen gehe.

Aus seiner Zeit als Gemeindepfarrer hat Steinhäuser Visitationen in Erinnerung, „die mal nett waren, mal kontraproduktiv, wenn es darum ging, Unhaltbares festzuhalten“. So soll sein Besuch in Porz nicht in Erinnerung bleiben, wünscht er sich. Schon bei seiner Weihe hat er schließlich erklärt: „Als Weihbischof möchte ich in der Linie von Papst Franziskus zur Veränderung und Gestaltung der Kirche beitragen“....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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