Seibert: Baldiges Treffen zwischen Merkel und Johnson geplant

Premierminister Boris Johnson in London

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will schon bald den neuen britischen Premierminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson treffen. Eine Begegnung sei "in allernächster Zeit geplant", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Es sei "sinnvoll", über den britischen EU-Austritt und andere Themen zu sprechen, "die uns verbinden". Merkel und Johnson hätten seit dem Amtsantritt des konservativen Politikers Ende Juli bereits einmal telefoniert, fügte Seibert hinzu.

Johnson war von den Parteimitgliedern der konservativen Tories zum Nachfolger von Theresa May bestimmt worden. Der ehemalige Londoner Bürgermeister hat angekündigt, Großbritannien bis zum 31. Oktober "ohne Wenn und Aber" aus der EU zu führen. Während seiner Bewerbung um den Parteivorsitz hatte er auch eine Auflösung des Unterhauses nicht ausgeschlossen, um einen ungeregelten Brexit ohne Abkommen mit der EU notfalls am Parlament vorbei durchzusetzen.

Angesprochen auf Berichte, wonach sich die Bundesregierung auf einen ungeordneten Brexit einstelle, sagte Seibert, ein geordneter Austritt Großbritanniens sei "in jeder Hinsicht vorzuziehen". Gleichzeitig bereite sich die Bundesregierung aber auch auf den "von uns nicht gewünschten und sehr negativen Fall eines Austritts ohne Abkommen vor". Dies tue die gesamte EU.