Seit Freitag in Hamburg: Was bringen Ausgangssperren gegen Corona wirklich?

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In immer mehr Regionen in Deutschland werden abends die Bürgersteige hochgeklappt. Auch in Hamburg gilt seit Karfreitag die nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens. Die tatsächliche Wirkung dieser Corona-Maßnahme bleibt weiterhin umstritten. Die Hamburger dürfen in dieser Zeit nur noch aus einem triftigen Grund, wie beispielsweise dem Weg zur Arbeit, das Haus verlassen. Vorerst gilt die neue Verordnung bis zum 18. April. Bringen diese Beschränkungen überhaupt etwas? Wie groß tatsächlich der Effekt ist, lässt sich derzeit nicht genau sagen. Die Datenlage zu dieser Maßnahme, die sich nur schwerlich isoliert betrachten lässt, ist dürftig. Die Erfahrung zeigt: Ja, nach der Einführung der Sperren geht in der Regel die Zahl der Neuinfektionen zurück. Doch das könnte genauso auf flankierende Aktionen wie schärfere Kontaktbeschränkungen zurückzuführen sein. In Hamburg gelten ab Karfreitag zusätzlich zur nächtlichen Ausgangssperre noch weitere verschärfte Corona-Maßnahmen. So müssen die Kitas wieder schließen, es gibt eine Testpflicht für Schulen, Maskenpflicht in Büros und Tattoo-, Sonnen- und Nagel-Studios müssen schließen. Das könnte Sie auch interessieren: Diese Maßnahmen gelten ab Freitag in Hamburg Grundsätzlich raten Epidemiologen, Kontakte zu meiden. Dabei sind Ausgangsbeschränkungen einer der Bausteine eines ganzen Katalogs. Das Argument: Wer private Treffen am Abend und Partys in der Nacht verhindert, verhindert auch Neuansteckungen. Ausgangssperren: Was sagen wissenschaftliche Studien? Dass es einen gewissen Effekt auf die Corona-Zahlen gibt, ist kaum zu bestreiten. Umstritten bleibt allerdings, wie hoch dieser ist, und ob daher die massiven Grundrechtseinschnitte verhältnismäßig sind. Forscher um ein Team der Universität Oxford fanden jüngst heraus, dass nächtliche Ausgangsbeschränkungen zwar die Verbreitung des Covid-19-Erregers um rund 13 Prozent reduzieren können. Einen doppelt so hohen Effekt (minus 26 Prozent) aber haben etwa strenge Kontaktbeschränkungen wie die Begrenzung aller Treffen auf maximal zwei Menschen, wie sie zum Beispiel auch Berlin für die Nächte seit Karfreitag vorsieht. Corona: Forscher untersuchen Wirkung von Ausgangssperren Die Studie muss noch von Fachleuten begutachtet werden. In Hamburg darf ein Haushalt weiterhin eine weitere Person, die nicht zum Hausstand gehört, treffen. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Das könnte Sie auch interessieren: Was Ausgangssperren wirklich bringen Mobilitätsforscher der Technischen Universität Berlin und des Berliner Zuse-Instituts kommen...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo