Seltener Vogel: Rotkardinal-Hermaphrodit gesichtet

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.
Immer ein besonderer Anblick: Ein Rotkardinal. (Bild VWPics/Universal Images Group via Getty Images)
Immer ein besonderer Anblick: Ein Rotkardinal. (Bild VWPics/Universal Images Group via Getty Images)

Dieser glückliche Vogelbeobachter in den USA konnte sich vor Begeisterung kaum einkriegen. Denn der Vogel, denn er in einem Garten entdeckte, war wirklich ein sehr besonderes Exemplar.

Der Rotkardinal, wissenschaftlich "Cardinalis cardinalis" genannt, ist in Mittelamerika und den östlichen USA beheimatet. Die Vögel mit ihrem auffällig leuchtend roten Federkleid sind in den USA sehr beliebt. Gleich mehrere Bundesstaaten haben die "Virginische Nachtigall" sogar als offizielles Wappentier. Auch Sportmannschaften zieren sich häufig mit dem Namen des Vogels, wie die St. Louis Cardinals in der MLB oder die Arizona Cardinals in der NFL.

Jamie Hill ist ein begeisterter Vogelbeobachter. Seit 48 Jahren beschäftigt sich der US-Amerikaner schon mit Ornithologie, doch am vergangenen Wochenende wurde er von einer Begegnung mit einem speziellen Exemplar überrascht. In einem Facebook-Post teilte Hill seine Beobachtung: "Ich hatte eine im Leben einmalige, eine von einer Millionen Begegnung!" Im Garten einer Freundin war ein Rotkardinal aufgetaucht, der auch einen Anteil weiße Brustfedern aufwies. "Ich dachte zunächst es könnte sich um Leukismus handeln, das bedeutet, dass es durch Albinismus zu weißem Gefieder kommt." Doch eine Möglichkeit war auch, dass es sich um ein noch selteneres Phänomen handeln könnte: Einen Vogel mit bilateralem Gynandromorphismus.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Aufgeregt fuhr Hill zu der Bekannten, die ihm nur ein Handyfoto geschickt hatte, um den Rotkardinal selbst zu begutachten. Und tatsächlich, es handelte sich um einen sogenannten "Halbseiten-Hermaphrodit". Der Vogel ist genetisch zur Hälfte weiblich und zur Hälfte männlich, inklusive der entsprechenden Geschlechtsorgane auf jeder Seite. Theoretisch könne er also sowohl Eier legen, als auch ein Weibchen befruchten, beschrieb Hill das Phänomen.

Wurde das Tier schon einmal gesichtet?

Die Aufnahmen, die Hill von dem Rotkardinal machte, teilte er in seinem Post. Im Jahr 2019 hatte ein Ehepaar in Pennsylvania bereits ein gynandromorphes Exemplar entdeckt. Die Fotos schafften es bis in die New York Times und den National Geographic. Die Seltenheit dieser genetischen Veränderung erklärt auch Hills Enthusiasmus über die Entdeckung. Er vermutet, dass es sich sogar um das gleiche Tier handeln könnte, da er es nur 60 Meilen entfernt von der ersten Sichtung fotografieren konnte.

Den genauen Fundort verriet er auf Wunsch der Hausbewohner nicht, begeisterte Vogelfreunde können sich aber in Warren County, Pennsylvania nahe des Erie Sees auf die Suche nach dem seltenen Rotkardinal machen.

Video: So wollen Forscher die Kaiserpinguine vor dem Klimawandel retten