Nordkorea feuert erneut Rakete Richtung Japan ab

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Südkoreanische TV-Berichte über Raketenabschüsse im März

Nordkorea hat kurz vor dem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping erneut internationale Auflagen gebrochen und eine Rakete getestet. Wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte, wurde das Geschoss am Mittwoch aus der Region der Hafenstadt Sinpo aus 60 Kilometer weit ins Meer abgefeuert. Trump will bei Xis Besuch in den USA am Donnerstag und Freitag auf ein wirksames Vorgehen gegen Pjöngjangs Atom- und Raketenprogramm dringen.

Das Außenministerium in Seoul verurteilte den Raketentest als "Bedrohung von Frieden und Stabilität auf der ganzen Welt". US-Sicherheitskreisen zufolge handelte es sich um eine Scud-Rakete mit vergrößerter Reichweite, die während des Fluges aufgrund eines Defekts ins Meer gestürzt sei. Zuvor hatten Vertreter Südkoreas und der USA von einer Mittelstreckenrakete des Typs KN-15 gesprochen.

US-Außenminister Rex Tillerson bestätigte, dass Nordkorea "noch eine" Rakete abgeschossen habe. "Die USA haben genug über Nordkorea gesprochen", erklärte er. Tillerson hatte kürzlich die Region besucht und dabei erklärt, die Geduld der USA sei am Ende. Sollte die Bedrohung durch Nordkorea zunehmen, sei auch ein militärisches Vorgehen seines Landes eine "Option", sagte er in Südkorea.

Der japanische Regierungschef Shinzo Abe verurteilte den Raketentest als "schwere Provokation" und als Verstoß gegen UN-Resolutionen. Auch die Bundesregierung reagierte mit scharfer Kritik. Mit dem Test setze Nordkorea "seine unverantwortliche und völkerrechtswidrige Politik fort", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Diese Politik destabilisiere "bewusst die Sicherheit in Ostasien und in der gesamten Region".

Bereits Anfang März hatte Nordkorea vor seiner Ostküste vier Raketen in Richtung Japan ins Meer geschossen. Pjöngjang bezeichnete dies als Übung für einen Angriff auf Stützpunkte der US-Armee in Japan.

Im vergangenen Jahr unternahm Nordkorea nach eigenen Angaben zwei Atomwaffentests sowie eine Reihe von Raketentests. Es verstieß damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Die US-Regierung übt Druck auf China, Nordkoreas wichtigsten Verbündeten, aus, damit Peking Pjöngjang in die Schranken weist. Trump drohte kürzlich mit einem Alleingang seines Landes im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm. Wenn Peking das Problem "nicht löst, werden wir es tun", sagte Trump der "Financial Times".

Als Reaktion darauf kündigte Pjöngjang am Montag "Gegenmaßnahmen" an. Trumps Äußerungen sowie das derzeitige Militärmanöver der USA mit Südkorea und Japan bezeichnete das nordkoreanische Außenministerium als "rücksichtloses Vorgehen", das die koreanische Halbinsel "an den Rand eines Krieges" bringe.

Trumps Treffen mit Xi findet in seinem Club Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida statt. Vergangene Woche hatte Trump erklärt, er rechne mit "sehr schwierigen" Gesprächen.

Peking teilt zwar Washingtons Besorgnis über Nordkoreas atomare Aufrüstung, scheint den angespannten Status quo aber drastischen Maßnahmen vorzuziehen. Die Volksrepublik hält sich im Umgang mit Nordkorea auch zurück, um eine direkte Konfrontation oder einen Zusammenbruch des isolierten Landes in ihrer unmittelbaren Nähe zu vermeiden. Peking ist zudem erbost darüber, dass die US-Armee kürzlich mit der Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen hat.

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