Serbien erinnert an Schusswaffenangriff in Belgrader Grundschule vor einem Jahr

Mit einer landesweiten Schweigeminute haben die Menschen in Serbien am Freitag an einen Schusswaffenangriff in einer Belgrader Schule vor einem Jahr erinnert. (OLIVER BUNIC)
Mit einer landesweiten Schweigeminute haben die Menschen in Serbien am Freitag an einen Schusswaffenangriff in einer Belgrader Schule vor einem Jahr erinnert. (OLIVER BUNIC)

Mit einer landesweiten Schweigeminute haben die Menschen in Serbien am Freitag an einen Schusswaffenangriff in einer Belgrader Schule vor einem Jahr erinnert. Vor der Vladislav-Ribnikar-Grundschule versammelten sich am Morgen Schulkinder, Eltern und Anwohner, die im Regen Kerzen anzündeten und Blumen niederlegten. Präsident Aleksandar Vucic erklärte, die "Tragödie" habe eine "dauerhafte Narbe in der Seele des ganzen Landes" hinterlassen.

Ein 13-Jähriger hatte in der Schule am 3. Mai 2023 acht Mitschüler und einen Wachmann mit einer Waffe seines Vaters erschossen. Ein neunter Schüler erlag später seinen Verletzungen.

Seit Ende Januar müssen sich die Eltern des Jugendlichen vor Gericht verantworten. Der Vater hatte dem Jungen laut Anklage das Schießen beigebracht und überdies seine Waffen nicht ordnungsgemäß gelagert. Er soll seinem Sohn sogar erlaubt haben, eine Waffe und 92 Schuss Munition in seinem Rucksack mitzunehmen. Der Mutter wird illegaler Besitz von Munition zur Last gelegt. Der Junge selbst kann nach serbischem Recht wegen seines Alters nicht strafrechtlich belangt werden.

Der Schusswaffenangriff hatte in Serbien für Erschütterung und für Massenproteste gegen die Regierung gesorgt. Die Demonstranten warfen der Regierung von Präsident Vucic vor, auch mithilfe der unter ihrer Kontrolle stehenden Medien eine Kultur der Gewalt zu fördern. Vucic sagte nach dem Angriff zu, das Land zu "entwaffnen" und sowohl gegen legale als auch gegen illegale Schusswaffen vorzugehen. Serbien hat mit mehr als 39 Schusswaffen pro 100 Zivilisten den höchsten Anteil an Waffenbesitzern in Europa.

mid/yb