Serie: Berliner Champions: Europameister Kullick – "Minigolf ist eine Wissenschaft"

Der Berliner Robert Kullick ist Europameister im Team geworden. Seine Spielbälle transportiert er im 800 Euro teuren Heizkoffer.

Berlin.  Auf dem weißen Gartentisch stapeln sich leere Aktenordner. Einige sind mit "Belege, Jahrgang 1986" beschriftet. "Wir misten aus", sagt Robert Kullick, Geschäftsführer sowie Kassierer beim Tempelhofer MV 65 (TMV). "Mädchen für alles passt auch", findet Kullick, der zweifacher Minigolf-Europameister mit der Mannschaft bei den Senioren ist. Dazu fünfmal Deutscher und über 20 Mal Berliner Meister.

Kullick sitzt auf der Terrasse der Anlage im Hanielweg in Marienfelde. "Spiel mal wieder Minigolf" ist am Eingang zu lesen. Von April bis Oktober ist jeder willkommen. Die Aufforderung braucht Kullick nicht. Er spielt seit 1973, zehn Jahre später kam er zum TMV. Minigolf – umgangssprachlich für alle Bahnengolf-Formen wie Miniatur-, Filz- und Sterngolf – kennt fast jeder. Aber ein Sport? Kullick erklärt gern, dass Minigolf in Wettkampfform "sehr wohl ein echter Sport ist, der viel Zeit, Konzentration und Übung erfordert".

Minigolf als Wissenschaft

Auf der Anlage in Marienfelde stehen große Kastanien, sie umfasst 4000 Quadratmeter. Öfter schauen Eichhörnchen vorbei. Eine arbeitsintensive Idylle. "Im Herbst haben wir massig Blätter auf den Bahnen", sagt Kullick, der sich dann um die Entfernung des Laubs kümmert. Links liegen die 18 jeweils 6,25 Meter langen Miniaturgolfbahnen mit bekannten Hindernissen wie Salto oder Labyrinth. Die fast doppelt so langen 18 Betonbahnen rechts heißen offiziell Minigolfbahnen.

Kullick konzentriert sich an der fünften Betonbahn. Er holt aus und schlägt. Mehrere B...

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