Sex, Drama und ein Lämmchen: Kevin Bacon mit "I Love Dick" in München

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Sex, Drama und ein Lämmchen: Kevin Bacon mit "I Love Dick" in München

Hollywood-Star Kevin Bacon präsentierte seine neue Serie "I Love Dick" am Dienstag in München. Beste Unterhaltung war garantiert, doch auf Nachfrage von Heiner Lauterbach wurde es ernst im Saal...

"Echter Sex", ein Musik-Drama und die Sache mit dem geschorenen Lämmchen: Hollywood-Star Kevin Bacon (58, "Mystic River") präsentierte am Dienstagabend seine neue Serie "I Love Dick" (Amazon Original Serie) im Hotel Bayerischer Hof in München. Unter den prominenten Gästen der exklusiven Deutschlandpremiere waren Heiner Lauterbach (64) und seine Frau Viktoria (44), Götz Otto (49), Bastian Pastewka (45) sowie Nina Ruge (60) und Tamara Dietl (53).

Die Nachrichtenagentur spot on news hat nach der Vorführung der ersten beiden Folgen der achtteiligen Serie, die auf dem gleichnamigen Roman (1997) von Chris Kraus (*1955) basiert, bei den Promis nachgefragt.

Darum geht's in "I Love Dick"

"Die Vorstellung von Liebe, Ehe und Monogamie wird von einem Künstlerehepaar, das in die real existierende Künstlerkolonie Marfa, Texas, zieht, auf den Kopf gestellt, als es dort auf Dick trifft", fasste Moderatorin Johanna Klum (36) den Serien-Plot bei der Premiere zusammen.

Kurz nachdem Chris Kraus (Kathryn Hahn) Dick (Kevin Bacon) zum zweiten Mal wirklich begegnet - beim ersten Mal reitet er vor ihrem Auto über die Straße -, beginnt sie ihm leidenschaftlich bis besessene Briefe zu schreiben. Er wird zum Sexobjekt ihrer Fantasie. Ehemann Sylvere (Griffin Dunne) bekommt das mit, doch er rastet nicht aus, stattdessen macht es ihn an - zumindest zu Beginn der Serie...

Kevin Bacon auf der Bühne

Nach der Vorführung erzählte Kevin Bacon auf der Bühne von den Dreharbeiten: Die Einstiegsszene von Dick, wie er als lässiger Möchtegern-Cowboy die staubige Straße in dem kleinen US-Kaff entlangreitet und dann vor einem Geschäft absteigt, sei sein Vorschlag gewesen. Anders die Szene, in der er mit nacktem Oberkörper ein kleines weißes Lämmchen schert.

Das ist zwar eine reine Fantasiegeschichte der gescheiterten Filmemacherin und späteren Schriftstellerin Chris Kraus (Hahn), gedreht werden musste sie aber natürlich trotzdem. "Und als ich die Szene im Kasten hatte, habe ich mir gedacht, dass ich den coolsten Job der Welt habe, weil ich Dinge tun kann, die ich sonst niemals machen würde. Das hat Spaß gemacht", freute sich Kevin Bacon.

Ein Mann als Sexobjekt - diese Vorstellung reizte Bacon an dem Projekt, denn sein Dick finde sich in einer "gedemütigten Situation" wieder. An der Serie gefalle ihm aber auch, dass alle Szenen, auch die Sexszenen, nicht traditionell angelegt seien, sondern "sehr real und dadurch verstörend".

Die traurige Geschichte hinter der Musik zur Serie erzählte Kevin Bacon dann auch noch, weil Heiner Lauterbach nach den faszinierenden Stücken gefragt hatte. Demnach stammen die "magischen" Songs, wie Bacon sie nannte, von Lhasa de Sela (1972-2010): "Die Musik zu Beginn und am Ende der ersten Folge ist von einer US-mexikanisch-kanadischen Musikerin namens Lhasa de Sela, von der sich für mich überraschend herausstellte, dass es die Schwester meiner Schwägerin ist."

Bevor ihre Musik für die Serie ausgewählt worden sei, habe er nichts mit ihr zu tun gehabt; das sei ein eigenartiger Zufall gewesen. Lhase sei leider an Brustkrebs verstorben, erzählt er weiter. "Als meine Frau und ich die erste Fassung der Folge sahen, nahm sie meine Hand und sagte: Das ist Lhase..." Nach dieser Geschichte war er es kurz still im Saal.

Wie kamen die ersten beiden Folgen bei den Promis an?

Bastian Pastewka hat es "sehr gut gefallen". "Es ist im besten Sinn eine schöne, gute, kleine Geschichte von nebenan, mit offenem Ausgang." Ob es nun Comedy sei, wie angekündigt, "oder aber auch ein Drama mit lustigen Elementen", wisse man heute nicht mehr so genau. Das Publikum habe sich auf jeden Fall auf die Serie eingelassen", lobte er die anderen Premierengäste. Das sei immer auch ein guter Indikator für das spätere Publikum.

Götz Otto zeigte sich ebenfalls sehr begeistert, vor allem auch, weil sich die Geschichte "sehr subtil entwickelt". Klar gebe es Sexszenen, doch die interessieren den Schauspieler generell nicht so sehr, wie er sagt: "Ich als Konsument brauche eigentlich gar keine Sexszenen, weil ich es viel spannender finde, zu sehen, wie Leute da hinkommen." Spannend und neu findet er bei "I Love Dick" daher auch, "dass viel in den Köpfen, statt in der Realität der Personen, stattfindet".

Moderatorin, Journalistin und Autorin Nina Ruge zeigte sich "beeindruckt von der Professionalität und dem Mut, mit dem die ersten beiden Folgen gemacht worden sind". Das sei "kein Mainstream, sondern special interest und Golden-Globe-verdächtig". Auch sie will mehr davon: "Ich bin natürlich wahnsinnig gespannt, ob sich der Pappmaschee-Cowboy Dick noch zu einem Menschen entwickeln wird", so Ruge.

"Sensationelle Schauspieler, unglaubliches Buch, Musik, Szenen...", befand Tamara Dietl, Autorin und Witwe des Münchner Filmemachers Helmut Dietl (1944-2015). Noch nicht ganz sicher war sie sich nur, in welcher Stimmung sie sich diese Serie anschauen wolle. Eindeutig gefreut hat sie sich aber über das Foto, das Kevin Bacon auf einem weißen Pferd vor dem Münchner Siegestor zeigt. Das erinnerte natürlich an die Kult-Szene aus "Münchner Geschichten" (1974) - "den Helmut würd's freuen", sagte Dietl dazu. Kevin Bacon fand's auch toll und postete es gleich auf seiner Instagram-Seite.

"Sehr gut, speziell, nicht blöd", lautete auch das fachmännische Urteil von Heiner Lauterbach über die "schwarze Komödie". "Und ich sage nur Dick. Der Name geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich träume heute Nacht von Dick", scherzte seine charmante Viktoria Lauterbach - nicht ganz zur Freude ihres Mannes...

Um die Serie komplett ansehen zu können, müssen die Zuschauer sich allerdings noch ein wenig gedulden: Denn "I Love Dick" gibt es erst ab 9. Juni, dann aber komplett auf Englisch und Deutsch bei Amazon Prime zu sehen.

Foto(s): Amazon Prime Video, imago/Spöttel Picture, ili/spot, ili/spot, imago/Spöttel Picture

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