Sex-Skandal bei Oxfam

Während eines Einsatzes nach dem Erdbeben in Haiti 2010 sollen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Oxfam Sexparties mit Prostitutierten gefeiert haben. Dies geht aus einem britischen Zeitungsartikel hervor, der sich auf einen internen Oxfam-Untersuchungsbericht aus dem Jahre 2011 beruft.

Die staatliche Charity Commission veröffentlichte eine Erklärung als Antwort auf die Anschuldigungen in den Medienberichten. Darin heißt es unter anderem: "Wir müssen die aufgestellten Behauptungen vollständig verstehen, um sicherzugehen, in die Arbeit der Hilfsorganisation jetzt und in der Zukunft zu vertrauen."

Die britische Regierung inspiziert nun ihr Verhältnis zu Oxfam, einer der größten Hilfsorganisationen des Landes, und behält sich vor, der Organisation die Mittel zu streichen, sollte diese einer neuen Überprüfung nicht standhalten.

Penny Mordaunt, britische Ministerin für internationale Entwicklung, äußerte sich empört: "Ich finde, es ist sowohl ein Betrug an den Menschen, denen Oxfam helfen sollte, als auch an den Menschen, die sie dort hingeschickt hatten, um ihre Arbeit zu machen. Es ist ein Skandal."

Mordaunt kündigte an, sie werde britische Hilfsorganisationen im Ausland dazu auffordern, jegliche Probleme zu melden, die im Zusammenhang mit der Pflicht stehen, ihr Personal wie auch die Menschen, mit denen sie arbeiten, vor Schaden und Missbrauch zu schützen - sogenanntes safeguarding .

Auf ihrer Website reagierte die Organisation mit einer Stellungnahme auf die Vorwürfe und stellt darin unter anderem klar: "Dass sich der Vorfall vor sieben Jahren ereignete und wenige Mitarbeiter involviert waren, ist kein Grund für Nachlässigkeit. Dies ist nicht die erste Geschichte über sexuelles Fehlverhalten, mit der Oxfam in den letzten Monaten zu tun hatte."

Mark Goldring, CEO von Oxfam, erklärte: "Wir hätten mehr sagen sollen, aber zu der Zeit war Oxfam sehr ungewöhnlich. Keine Medienberichterstattung. Wir sind an die Öffentlichkeit gegangen und sagten, dass wir besorgt sind, dass öffentliche Gelder veruntreut worden sein könnten, das öffentliche Vertrauen könnte missbraucht worden sein. Wir haben das untersucht - es wurde kein Geld veruntreut, aber Leute haben sich unangemessen verhalten, das ist inakzeptabel und wir haben Maßnahmen ergriffen."

Britischen Medien zufolge sollen ähnliche Vorfälle wie in Haiti auch im Tschad stattgefunden haben. Ein Mitarbeiter, der damals die Oxfam-Arbeit im Tschad leitete, soll später nach Haiti gewechselt sein und die Organisation 2011 nach Berichten über Besuche von Prostituierten in seinem Haus verlassen haben.

Das Erdbeben in Haiti 2010 tötete 220.000 Menschen und ließ Millionen obdachlos zurück. Prostitution ist in dem Inselstaat illegal.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen