Sexismus-Zeugnis: Social-Media-Riesen mit erschreckend schlechten Noten

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Die feministische Interessensvertretung UltraViolet hat den großen Sozialen Medien wie Facebook und Instagram ein miserables Zeugnis im Umgang mit Rassismus, Sexismus und Belästigung ausgestellt.

Die großen Social-Media-Plattformen haben in vielen Punkten Nachholbedarf. (Bild: Getty Images)
Die großen Social-Media-Plattformen haben in vielen Punkten Nachholbedarf. (Bild: Getty Images)

Zusammen mit dem Institute for Strategic Dialogue, einer 2006 gegründeten und unabhängigen Denkfabrik, untersuchte UltraViolet, wie die Social-Media-Riesen mit Falschinformationen, Hassrede, Belästigung und Frauenfeindlichkeit umgehen. Das Ergebnis: ernüchternd.

Die Gruppe nahm dafür Facebook, Instagram, TikTok, Twitter, Reddit und YouTube anhand von elf erarbeiteten Richtlinien und wünschenswerten Regeln unter die Lupe – zum Beispiel, ob die Opfer von Belästigungen und Beleidigungen Unterstützung bekommen und deren Erfahrungen gesammelt und aufgearbeitet werden.

Hier alle Noten im Detail nachlesen!

Die Bewertungen der einzelnen Bereiche ergab am Ende eine Gesamtnote, vergeben im in den USA üblichen Bewertungsschema der Havard University: von einer bestmöglichen A+ bis hin zu D- und danach der schlechtmöglichsten F.

Instagram fällt komplett durch, Reddit schneidet am besten ab

Wie zu erwarten, schnitten die Plattformen dabei alles andere als herausragend ab. Während Reddit als "Klassenbester" nur eine durchschnittliche C erreichte, hagelte es für Instagram am Ende ein katastrophales F. Nur unwesentlich besser kamen Facebook (D-) und YouTube (D) weg, TikTok wurde mit D+ und Twitter mit C- bewertet.

Die Bestnote A wurde im gesamten Zeugnis nur zweimal verteilt: Weil Reddit und Twitter es ermöglichen, dass jeder User Inhalte melden kann, die gegen die Regeln der Seite verstoßen, nicht nur eventuell Betroffene.

"Können den Firmen hinter den Plattformen nicht erlauben, Lügen zu verbreiten"

"Die Sozialen Medien sind ein omnipräsenter Teil des modernen Lebens geworden", wird Bridget Todd von UltraViolet in der Pressemitteilung zur Untersuchung zitiert: "Trotz der Vorteile, über Social Media mit anderen Menschen in Kontakt bleiben zu können, können wir den Firmen hinter den Plattformen aber nicht erlauben, Lügen und Verschwörungstheorien zu verbreiten oder aus taktischen Gründen Rassismus, Frauenfeindlichkeit sowie homo- und transphobe Angriffe zu billigen."

Neben dem Zeugnis veröffentlichte UltraViolet auch einen von 75 weiteren internationalen Organisationen unterzeichneten offenen Brief an die Chefs der bewerteten Plattformen mit der Forderung, die in der Untersuchung vorgeschlagenen Richtlinien umzusetzen, um Randgruppen besser zu schützen.

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