Sexueller Missbrauch und Schläge: HRW klagt chilenische Polizei an

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch klagt die Polizei in Chile an und fordert umfassende Reformen. Bei den Protesten sei die Polizei brutal vorgegangen, auch seien Demonstrantinnen sexuell missbraucht worden.

Der Direktor von Human Rights Watch America, Jose Miguel Vivanco, sagt: "Die Polizei ist dafür verantwortlich, die öffentliche Ordnung zu schützen und sie aufrechtzuerhalten. Das ist ihre Aufgabe. Jedoch hat sie sich bei der Durchführung dieser Aufgabe unserer Meinung nach schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht. Wenn keine Änderungen in der Struktur der Polizei geschehen, ist es vorhersehbar, dass dieser Machtmissbrauch so weitergeht."

Bei den Protesten hatten 25 Menschen ihr Leben verloren. Human Rights Watch hat nach eigenen Angaben Hunderte Berichte über Polizeigewalt bei den Demonstrationen, die im Oktober begonnen hatten, erhalten.

Die Proteste hatten zunächst angefangen, als die Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr teurer wurden. Mittlerweile richten sie sich gegen die Regierung, die die Demonstranten für niedrige Löhne und die große Kluft zwischen Reich und Arm verantwortlich machen. In Chile hatten sich die Regierung und die Opposition nach wochenlangen Demonstrationen daraufgeeinigt, eine neue Verfassung auszuarbeiten.