Shaq bricht bei Erinnerung an Bryant in Tränen aus

Raphael Weber

NBA-Legende Shaquille O'Neal ist bei einer Veranstaltung zu Ehren seines verstorbenen Ex-Teamkollegen Kobe Bryant in Tränen ausgebrochen.


Bei der TNT-Sendung aus dem Staples Center in Los Angeles, bei der auch die NBA-Legenden Dwyane Wade, Charles Barkley, Reggie Miller und Jerry West zu Gast waren, erklärte Shaq: "Ich habe schon lange nicht mehr einen so stechenden Schmerz gespürt."

Mit tränenüberströmtem Gesicht sagte der 2,16-Meter-Riese: "Das wir bei seiner 'Hall of Fame'-Zeremonie nicht unsere Witze reißen können, dass wir uns nicht gegenseitig an den Kopf werfen können: 'Haha, ich hab fünf Titel, du hast nur vier.' Dass wir nicht sagen können, wenn wir zusammengeblieben wären, hätten wir zehn Titel holen können - das sind alles Dinge, die bekommst du nie zurück."

O'Neal verglich den Schmerz mit dem Verlust seines Vaters und seiner Schwester, die erst im vergangenen Oktober an Krebs starb. "Das ist das Einzige, was ich mir wünsche: Noch einmal mit ihnen sprechen zu können", sagte die NBA-Legende.

"Ich wollte es einfach nicht glauben", berichtete O'Neal vom Moment, als er die traurige Nachricht gehört habe: "Ich hoffte, irgend ein Idiot hätte sich das ausgedacht und dass es nicht wahr wäre. Ich wollte es einfach nicht glauben. Mein Geist hat meinen Körper verlassen. Ich wünschte einfach, ich könnte den Menschen, die wir verloren haben, noch etwas sagen. Denn wenn du weg bist, dann bist du für immer weg. Wir sollten solche Dinge nicht als selbstverständlich ansehen."

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Shaq spricht über gemeinsame Zeit mit Kobe

Gemeinsam hatten der Center und Bryant bei den Los Angeles Lakers drei NBA-Titel gewonnen, immer wieder waren die beiden Superstars zu dieser Zeit aber auch aneinandergeraten.


"Unsere Namen werden immer damit verbunden sein, was wir geleistet haben. Die Leute fragen immer nach unserem Verhältnis (...). Wenn du zwei so willensstarke Typen hast, die Dinge auf ihre Art durchziehen wollen, dann werden bestimmte Sachen gesagt - aber der Respekt geht nie verloren", erklärte O'Neal, "aber wenn es darum ging, auf dem Feld alles zu geben um zu gewinnen - das ist das, was er und ich getan haben."

Bryant war am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz zu Tode gekommen. Unter den insgesamt neun Opfern war auch seine 13 Jahre alte Tochter Gianna.

O'Neal verneigt sich vor Bryant

Ein Neffe habe ihm und seinem Sohn beim Training die Nachricht vom Tod Bryants per News auf dem Smartphone gezeigt, berichtete O'Neal. Er habe zuerst gedacht, es handle sich um einen schlechten Scherz.


"Ich hätte mir das nie vorstellen können", erklärte der viermalige NBA-Champion: "Ich habe so etwas noch nie gesehen. Alle Basketball-Idole, mit denen ich aufgewachsen bin, sind alt. Der Fakt, dass wir den wahrscheinlich größten Laker aller Zeiten, den größten Basketballer der Welt, verloren haben... Die Leute sagen, nimm dir deine Zeit und es wird besser werden. Aber das wird hart für mich."

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NBA-Legende vergleicht Tod mit Verlust seines Bruders

Auch Lakers-Legende Jerry West zeigte sich tief betroffen. "Der traurigste Tag meines Lebens", erklärte der 81-Jährige, dessen Silhouette auf dem NBA-Logo zu sehen ist: "Ich habe einen Bruder in Korea verloren. Das ist das Einzige, was für mich vergleichbar ist."


Der langjährige General Manager der Lakers holte in dieser Funktion sowohl Shaq als auch Kobe in die Stadt der Engel. "Niemand weiß, was für vertrauliche Gespräche ich mit ihm hatte. Niemand weiß das. Selbst die Leute aus seinem engen Umfeld, sie wissen nicht worüber wir gesprochen haben", erklärte West.