Show: Pollesch und Hinrichs: Fremdgehen auf der Showbühne

Hier, wo Abend für Abend in gigantischen Superlativ-Shows der große Vergnügungsrausch zelebriert wird, steht nun also Fabian Hinrichs. Ganz allein auf der größten Bühne der Welt. Hinrichs fragt: „Was ist denn Tiefe?“ Dann läuft er vom vorderen Bühnenrand bis nach hinten, 37 Meter sind das, und sagt: „Das ist Tiefe. Und wenn man sich öfter sieht. Also wirklich sieht.“

Fabian Hinrichs hatte man jüngst ja eher nicht mehr so oft gesehen auf Berliner Bühnen. Zumindest nicht in Kombination mit Regisseur René Pollesch, der viele Jahre an der Volksbühne inszenierte und sie ab 2021 als Intendant übernehmen wird. Dort haben die zwei ein paar tolle gemeinsame Abende hingelegt und einen allertollsten, der „Kill your Darlings! Streets of Berladelphia“ hieß.

Einsamkeit, Vereinzelung, Verlorenheit

Am Mittwoch enterte das Duo vor 1400 Premierengästen jetzt den Friedrichstadt-Palast. Gemeinsam mit 27 Tanzfachkräften der palasteigenen Compagnie. Sie alle haben sichtlich Spaß dabei. Obwohl das Grundthema gar nicht mal so spaßig ist.

Es geht in „Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt“, so der Titel, vor allem um Einsamkeit, Vereinzelung, Verlorenheit. Nicht nur in diesem großen leeren Raum mit all seinen technischen Möglichkeiten, sondern auch in der Welt mit all ihren emotionalen Möglichkeiten und mindestens ebenso vielen möglichen Enttäuschungen.

Der Urlaubsfreund, ein Stallhase

Im goldenen Glitzer-Trikot tigert Fabian Hinrichs dabei rastlos über die Bühne, leicht humpelnd nach ...

Lesen Sie hier weiter!