"Die Sicherheit muss immer gegeben sein": Interview: Die Grenzen der homöopathischen Selbstmedikation

Viele Anwender schätzen die Homöopathie als natürliche Möglichkeit, Beschwerden zu lindern. Bestimmte Symptome lassen sich damit gut selbst behandeln. Worauf es ankommt und bei welchen Anzeichen man besser ärztliche Unterstützung sucht, erklärt Internist und Homöopath Dr. Ulf Riker im Interview.

Herr Dr. Riker, wann kann man sich mit den Arzneimitteln selbst behandeln und wann sollte man einen homöopathisch geschulten Arzt aufsuchen?

Die Symptome, die man hat, sind einerseits Ausdruck einer Krankheit. Andererseits sind sie ein Zeichen des Organismus, sich selber zu helfen. So ein Selbstheilungsversuch ist zum Beispiel Fieber. Wenn die Symptome sehr stark ausgeprägt sind und die Diagnose unklar ist, sollte man auf keinen Fall mit einer Selbstmedikation anfangen, sondern einen Arzt hinzuziehen. Denn – und das ist ganz wichtig – die Gefahr der Selbstmedikation liegt darin, dass man Zeit verliert, wenn die Suche nach dem richtigen Mittel misslingt. Zeit, die wichtig ist für die Diagnosestellung, aber auch für eine adäquate Therapie.

Das ist also eine wichtige Grenze der Selbstbehandlung, die an die Selbstkritikfähigkeit des Patienten appelliert: Wie gut bin ich in der Selbsteinschätzung meiner Symptome? Weiß ich, was hinter den Beschwerden steckt, hatte ich sie schon einmal?

Bei allen funktionellen Erkrankungen, die man kennt und die immer wieder mal auftreten, kann man es mit Homöopathie versuchen, etwa wenn es zu Menstruationsstörungen, Halsweh, Schnupfen, Kopfschmerzen oder Infektanfälligkeit kommt. In solchen Fällen kann man mit Homöopathie den Verlauf oft deutlich abkürzen im Vergleich zum Abwarten und Nichtstun. Aber bei allen anderen Erkrankungen, die gravierender sein können, muss man aufpassen. Und es ist ganz klar, dass sich bestimmte Krankheiten nicht zur Selbstb...

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