Sicherheitsbedenken? Behörden verbieten EuroPride in Belgrad

In Belgrad haben die Behörden die für Samstag geplante Euro-Gaypride verboten, die jedes Jahr in einer anderen europäischen Stadt ausgetragen wird. Nach wochenlangen Spannungen kam die Entscheidung in letzter Minute und wurde mit Sicherheitsbedenken im Falle von Konfrontationen mit rechtsextremen Anti-Homosexuellen-Aktivist:innen begründet.

Die Organisator:innen sind wütend:

"Ich finde es skandalös, dass nach so vielen Jahren erfolgreicher Gaypride-Märsche in dem Jahr, in dem die EuroPride in Belgrad stattfindet, die Demo an dem Tag verboten worden ist, an dem die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabic in der Stadt ist, um eine von den Bürgerrechtsverteidigern organisierte Konferenz über Menschenrechte zu eröffnen. Der Grund für das Verbot ist angeblich eine Bedrohung der Sicherheit. Wer bedroht die Sicherheit, warum wurden diese Leute nicht verhaftet, was soll das alles?" fragt sich Marko Mihailovic, einer der Organisatoren der Belgrader EuroPride.

Erst am vergangenen Sonntag hatten Tausende von Menschen an einer Anti-Pride-Demonstration in der serbischen Hauptstadt teilgenommen. Biker-Gangs, orthodoxe Priester und rechtsextreme Nationalisten forderten ein Verbot der geplanten EuroPride-Kundgebung am 17. September und kündigten eine weitere Demonstration für den selben Tag an.

In Serbien sind gleichgeschlechtliche Ehen nicht anerkannt, Homophobie ist tief verwurzelt, auch wenn in den vergangenen Jahren deutliche Forschritte bei ihrer Bekämpfung erzielt wurden. Die Organisatoren der Veranstaltung haben angekündigt, gegen das Verbot Einspruch einzulegen.