Sicherheitsdienst meldet zwei neue Zwischenfälle am Weißen Haus

Das Weiße Haus in Washington

Eine Woche nach der Festnahme eines Eindringlings auf dem Gelände des Weißen Hauses hat es zwei neue Zwischenfälle am US-Präsidentensitz gegeben: Am Samstag erschien ein verdächtiges Fahrzeug an einer Sicherheitskontrolle - laut dem Sender CNN behauptete der Fahrer, er habe eine Bombe im Auto. Zudem wurde ein Mann festgenommen, der über den Zaun springen wollte. Über die schwere Sicherheitspanne der vergangenen Woche wurden Einzelheiten bekannt.

US-Präsident Donald Trump hielt sich in Florida auf, als am späten Samstagabend ein Fahrzeug an einer Sicherheitskontrolle vorfuhr. Der Fahrer sei festgenommen worden, sagte ein Sprecher des für die Sicherheit des Präsidenten zuständige Secret Service.

CNN berichtete, der Fahrer habe von einer Bombe im Auto gesprochen, das Auto sei beschlagnahmt worden. Der Sicherheitsdienst erklärte lediglich, das Fahrzeug sei als verdächtig eingestuft worden. Der Secret Service habe seine Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Wenige Stunden zuvor hatte ein Mann versucht, von einem Fahrradständer über den Zaun des Weißen Hauses zu springen. Die Beamten nahmen ihn umgehend fest. Nach Angaben eines Secret-Service-Mitarbeiters trug der Verdächtige keine Waffen bei sich. Ihm droht nun ein Strafverfahren.

Am Freitag hatte Trump Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Weißen Haus empfangen. Das Wochenende verbrachte er auf seinem Anwesen in Florida. Dagegen hatte er sich im Weißen Haus aufgehalten, als am späten Abend des 10. März ein Eindringling über den Zaun auf das Außengelände des Präsidentensitzes gelangt war.

Nun wurden Details der Sicherheitspanne bekannt: Der Secret Service teilte am Freitag mit, der Eindringling habe sich mehr als 16 Minuten auf dem Gelände aufgehalten. Er sei aber nicht in das Innere des Weißen Hauses gelangt.

Die Sicherheitsbeamten hatten den Eindringling festgenommen. Laut dem Nachrichtensender CNN handelt es sich um einen 26-Jährigen aus Kalifornien. Nach Angaben der "Washington Post" trug er einen Rucksack mit zwei Tränengas-Kartuschen bei sich. Der Zeitung zufolge drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Der republikanische Abgeordnete Jason Chaffetz bezeichnete den Zwischenfall als große "Blamage". Der Eindringling habe sich dem Weißen Haus nähern und an einem Türgriff rütteln können.

Der Zaun um das Weiße Haus gilt als Schwachstelle bei den Sicherheitsmaßnahmen für den US-Präsidenten und soll demnächst verstärkt werden. Im September 2014 war es einem verwirrten Ex-Soldaten gelungen, mit einem Klappmesser bewaffnet ins Weiße Haus einzudringen. Er kletterte über den Sicherheitszaun des Weißen Hauses und wurde erst überwältigt, nachdem er durch eine Tür in den Nordflügel des Gebäudes gelangt war.

Der Secret Service musste kürzlich eine weitere Panne einräumen. Einem Mitarbeiter wurde der Laptop gestohlen, wie der Dienst am Freitag mitteilte. Laut CNN befinden sich auf dem Gerät Pläne vom Trump Tower. Der Präsident residierte dort bis zu seiner Amtseinführung, seine Frau Melania und sein Sohn Barron wohnen weiterhin in dem New Yorker Wolkenkratzer.

Nach Informationen des Senders ABC befinden sich auf dem Laptop auch Informationen zur E-Mail-Affäre der unterlegenen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Während des Wahlkampfes hatte Trump seine Rivalin Clinton wegen der Nutzung privater E-Mail-Server während ihrer Zeit als Außenministerin scharf angegriffen und eine Gefängnisstrafe gefordert.

Der Secret Service erklärte, die von ihm verwendeten Computer seien gut gesichert. Auch dürften auf ihnen keine vertraulichen Daten gespeichert werden.

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