Sicherheitsreport 2016 - München immer unsicherer? Das sind die Fakten!

Christoph Elzer

Egal ob es die Kommentarspalte hier auf az-muenchen.de ist, Facebook oder die Kneipe um die Ecke: überall heißt es unisono, München werde immer unsicherer. Jetzt können dem Gefühl Zahlen gegenüber gestellt werden.

München – Die Münchner Polizei hat ihre Statistik für das Vorjahr, den Sicherheitsbericht 2016, veröffentlicht. Der zeigt recht deutlich, dass gefühlte und tatsächliche Sicherheit oft weit auseinanderliegen. Oder anders ausgedrückt: München ist sicherer, als man denkt – zumindest in vielerlei Hinsicht.

Nach Bereinigung um die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz ergibt sich im Vergleich zum historischen Tiefstand der Gesamtstraftaten des Jahres 2015 ein Zuwachs von 6 Prozent auf insgesamt 110.399 Straftaten. Trotz dieses Anstiegs sind im Vergleichszeitraum der letzten zehn Jahre die registrierten Fälle um 8,8 Prozent zurückgegangen, so dass sich das Kriminalitätsaufkommen in etwa auf dem Niveau des Jahres 2010 bewegt.

Was bei diesen Zahlen zu bedenken ist: München ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, allein seit 2010 um mehr als 140.000 Einwohner. Einen entsprechenden prozentualen Anstieg der Straftaten kann die Polizei aber nicht verzeichnen, tatsächlich ist sogar das Gegenteil der Fall. Die sogenannte Häufigkeitszahl, die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner ist um mehr als acht Prozent von 6.675 im Jahr 2010 auf 6.128 im Jahr 2016 gesunken. Zugleich konnte die Aufklärungsquote des Polizeipräsidiums München auf 61,6 Prozent verbessert werden.

Verstärkte Kontrollen zeigen Wirkung

Dennoch bleibt unterm Strich der zuvor genannte Anstieg um 6.265 Straftaten von 2015 auf 2016. Ein genauerer Blick auf die Vergehen offenbart, dass es sich dabei aber nicht um Taten von Schwerverbrechern handelt. Ein Großteil dieser zusätzlichen Delikte fallen in den Bereich der sogenannten "Kontrolldelikte". Nahezu ein Drittel der zusätzlichen Straftaten gehen beispielsweise auf Leistungserschleichungen, also auf "Schwarzfahrer", zurück.

Auch im Bereich der Rauschgiftdelikte verzeichnet die Polizei eine signifikante Zunahme um rund 600 Verstöße. Diese gehen aber zu beinahe 100 Prozent auf intensivierte Kontrollmaßnahmen zurück. Die Polizei München führte also 2016 verstärkt Drogenkontrollen durch und wurde somit auf Verstöße aufmerksam, die in den Jahren zuvor wohl unentdeckt blieben.
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