Sie ergaunerten sich Millionen: Türkische Call-Center-Banden betrügen deutsche Rentner

Sie ergaunerten sich Millionen: Türkische Call-Center-Banden betrügen deutsche Rentner

In großem Stil hat in Deutschland die türkische Call-Center-Mafia Rentner betrogen, heißt es laut "Focus". Der entstandene Schaden ist dabei gewaltig: Um eine Gesamtsumme 117 Millionen Euro soll es gehen. Doch wie genau gehen die gut organisierten Banden vor?

Zunächst geht es offenbar immer um ein Versprechen: Den Senioren wird vorgemacht, sie hätten einen hohen Geldbetrag oder ein Auto gewonnen. Dafür sei es allerdings nötig, dass zuerst Steuern und bestimmte Gebühren gezahlt werden. Viele Rentner lassen sich von den gut geschulten Call-Center-Mitarbeitern manipulieren und überweisen das Geld.

Im nächsten Schritt melden sich dann fiktive Ermittler oder Steuerfahnder bei den Opfern, die vorgeben, wegen Steuerhinterziehung oder Geldwäsche zu ermitteln. Sie setzen die gutgläubigen Rentner so unter Druck, dass diese schließlich hohe Summen zu zahlen bereit sind, um einem drohenden Verfahren zu entgehen. Nicht selten soll die türkische Call-Center-Mafia so das ganze Ersparte ihrer Opfer ergaunert haben.

"Die Kriminellen nutzen bewusst die Gutgläubigkeit und Hilflosigkeit älterer Menschen aus, um sich schamlos zu bereichern", sagte BKA-Kriminalhauptkommissar Holger Kriegeskorte dem Magazin.

Das Vorgehen der Anrufer ist dabei höchste professionell: Sie sind wie in Call-Center üblich in drei Tagesschichten tätig und sprechen sogar deutsche Dialekte. Die Schulung findet in der Türkei statt, doch in Deutschland sitzen Kontaktpersonen, die Gerichtsbescheide und andere Dokumente fälschen.

Auf diese Weise konnte die Mafia eine verwitwete Frau in Frankfurt um ganze 450.000 Euro bringen und einen Senioren in München um 291.000 Euro – so entstand auch der bisherige Gesamtschaden von 117 Millionen.

Bild Copyright: dpa

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