Sie malte das Leid Afghanistans und wurde selbst Opfer des Terrors

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Zwischen Schmerz und Hoffnung: Fatima Mohammadi verarbeitet das Leben in Afghanistan in ihrer Kunst (Bilder: Sahraa Karimim/Omaid Sharifi/Twitter)
Zwischen Schmerz und Hoffnung: Fatima Mohammadi verarbeitet das Leben in Afghanistan in ihrer Kunst (Bilder: Sahraa Karimim/Omaid Sharifi/Twitter)

Am vergangenen Wochenende erschütterten erneut tödliche Explosionen Kabul. Sieben Menschen kamen am Samstag bei Bombenanschlägen auf zwei Sammeltaxen ums Leben. Ziel der Attentäter waren wie so oft Angehörige der Minderheit der Hazara im Stadtteil Dasht-e-Barchi.

Unter den Opfern waren zwei junge Frauen, die gerade ein neues Kapitel in ihrem Leben aufgeschlagen hatten. Fatima Mohammadi und Taiyyaba Musavi hatten erst vor kurzem ihre Jobs bei der staatlichen Filmgesellschaft Afghan Film angetreten, wie deren Direktorin Sahraa Karimi mitteilte. Die beiden Künstlerinnen arbeiteten als Animatorinnen an einem Trickfilmprojekt für Kinder.

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Ihre Angehörigen konnten Mohammadi und Musavi erst am Sonntag identifizieren, nachdem sie zuvor vergeblich die Krankenhäuser der Stadt abgesucht hatten. "Ich habe keine Worte dafür, wie groß der Schmerz war", sagte Taiyyaba Musavis Bruder Mahdi dem Nachrichtensender TOLO. Sie habe ihre Familie mit ihrem Gehalt finanziell unterstützt. "Sie hat hart gearbeitet und viel in ihren Erfolg investiert", berichtete ihr Onkel Sayed Ayub.

Fatima Mohammadi hatte an dem Kunstprojekt ArtLords teilgenommen (Bild: Omaid Sharifi/Twitter)
Fatima Mohammadi hatte an dem Kunstprojekt ArtLords teilgenommen (Bild: Omaid Sharifi/Twitter)

Fatima Mohammadi hatte die Realitäten des Lebens in Afghanistan in eindrucksvollen Gemälden verarbeitet und an dem Kunstprojekt ArtLords teilgenommen. Dessen Präsident Omaid Sharifi teilte zwei ihrer Werke auf Twitter. 

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"Mein Herz blutet, während ich mir Fatima Mohammadis Kunstwerke ansehe", schrieb er dazu. "Sie war eine brillante Künstlerin, die zur Galerie von ArtLords beigetragen hat. Sie hat durch ihr Schaffen Geschichten von Schmerz und Leid, Hoffnung und Güte erzählt. Sie ist nicht mehr. In die Luft gesprengt und verbrannt! Einfach so. Wie brutal und unmenschlich."

Zu dem Anschlag bekannte sich der sogenannte "Islamische Staat", der regelmäßig Attentate auf die mehrheitlich schiitischen Hazara verübt. Die Gewalt nimmt seit Beginn des NATO-Abzugs zu, doch die Hazara leiden bereits seit Jahrhunderten unter religiöser wie auch rassistischer Diskriminierung und werfen der aktuellen Regierung vor, zu wenig für ihren Schutz zu tun. 

Fatima Mohammadi und Taiyyaba Musavi waren zwei von sieben Todesopfern der Anschläge am Samstag in Dasht-e-Barchi (Bild: Sahraa Karimi/Twitter)
Fatima Mohammadi und Taiyyaba Musavi waren zwei von sieben Todesopfern der Anschläge am Samstag in Dasht-e-Barchi (Bild: Sahraa Karimi/Twitter)

Beim schwersten Anschlag in der letzten Zeit wurden am 8. Mai etwa 100 Hazara vor einer Schule getötet, die meisten davon junge Schülerinnen. Aktivisten fordern, dass die regelmäßigen Massaker international als Völkermord anerkannt werden.

Video: Truppenabzug aus Afghanistan - Übersetzer in Todesangst

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