“Sie wollen tote Menschen sehen?” - Polizist stellt Gaffer zur Rede

Im Kampf gegen die Unsitte des Gaffens bei Unfällen hat ein Polizist in Bayern radikale Maßnahmen ergriffen. Ein Video des Bayerischen Rundfunks zeigt, wie der Einsatzleiter der Verkehrspolizei Feucht, Stefan Pfeiffer, an einem Unfallort zwei Schaulustige zur Rede stellt.

Bei dem Unfall auf der A6 war ein ungarischer Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. Die beiden Gaffer - offenbar Fernfahrerkollegen des Opfers, von denen einer ebenfalls aus Ungarn kommt - wurden angehalten, da sie im Vorbeifahren gefilmt hatten.

Pfeiffer nimmt sie mit drastischen Worten in Empfang - und bietet ihnen einen besseren Blick auf die Leiche an: “Sie wollen tote Menschen sehen? Fotos machen? Kommen Sie!”, sagt er etwa auf Englisch zu dem ersten Fahrer und macht Anstalten, ihn zum Ort des Unglücks zu führen.

Die Gaffer lehnen beschämt ab, woraufhin Pfeiffer ihnen jeweils ein Bußgeld in Höhe von 128,50 Euro aufbrummt und sie mit weiteren strengen Worten ihres Weges schickt: “Schämen sollten Sie sich! Es ist nicht gut, was Sie machen.”

Sichtschutzplane gegen Gaffer vor einem gestellten Unfall auf einem Feuerwehr-Übungsgelände in Sachsen-Anhalt (Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Der Beamte hofft, dass sein Ansatz Wirkung zeigt: “Sie müssen merken, was sie tun und wir stellen fest, dass das direkte Konfrontieren mit der Situation die Leute schockiert und klar macht, dass das kein Spiel ist, sondern bittere Realität”, sagt er dem BR.