Bis zu sieben Jahre Haft in Münchner Prozess um Millionenbetrug im Internet

In einem Prozess um Anlagebetrug im Internet mit einem hohen Millionenschaden hat das Landgericht München I drei Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt. Laut einem Gerichtssprecher soll ein 45-jähriger Hauptangeklagter für sieben Jahre in Haft. (LOIC VENANCE)
In einem Prozess um Anlagebetrug im Internet mit einem hohen Millionenschaden hat das Landgericht München I drei Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt. Laut einem Gerichtssprecher soll ein 45-jähriger Hauptangeklagter für sieben Jahre in Haft. (LOIC VENANCE)

In einem Prozess um Anlagebetrug im Internet mit einem hohen Millionenschaden hat das Landgericht München I drei Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt. Wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte, soll ein 45-jähriger Hauptangeklagter fsieben Jahre in Haft. Zwei Mitangeklagte im Alter von 32 und 38 Jahren erhielten Freiheitsstrafen zwischen einem Jahr und acht Monaten sowie zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Das Urteil erging wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs.

Der 45-Jährige nahm laut Gerichtsangaben eine "herausgehobene Stellung bei der Begehung der Taten" ein. Demnach leitete er das sogenannte Backoffice der Gruppe und war damit Teil des Kopfs der Gruppierung.  Aus dem gesamten Tatkomplex, der unter dem Namen "Wolf of Sofia" bekannt wurde, sei ein Schaden von rund acht Millionen Euro entstanden.

Die Bande soll über Tradingplattformen zahlreiche Opfer um ihr Erspartes betrogen haben. Sie habe dazu bereits ab 2016 bis März 2019 verschiedene Tradingplattformen im Internet betrieben. Zu dem Betrugsnetz gehörten mehrere Callcenter mit hunderten Mitarbeitern im Ausland - unter anderem in Bulgarien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Georgien.

Laut Gerichtsangaben räumten die Angeklagten die Vorwürfe ein. Die Angaben seien durch entsprechende Urkunden und Zeugenaussagen bestätigt worden. Ihre Geständnisse gingen zudem über das "konkrete Verfahren hinaus". Die Geständnisse wurden strafmildernd berücksichtigt.

Gegen den zu siebenjähriger Haft Verurteilten wurde die Einziehung von rund 666.000 Euro angeordnet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Anklage und Verteidigung können Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

tbh/cfm