Siebter Todesfall nach Transplantation durch bekannten italienischen Arzt

Zum siebten Mal ist ein Patient des italienischen Chirurgen Paolo Macchiarini gestorben, der in den vergangenen Jahren mit spektakulären Transplantationen Aufmerksamkeit erregte. Die 26-jährige Yesim Cetir starb am Montag nach langjährigen Komplikationen in einem Krankenhaus in der US-Metropole Philadelphia, wie ihr Vater Hayrullah Cetir auf Facebook mitteilte. Sie hatte sich in den Jahren 2012 und 2013 von Macchiarini künstliche Luftröhren einsetzen lassen und litt seitdem unter Komplikationen.

Macchiarini hatte zwischen 2011 und 2014 bei acht Patienten künstliche Luftröhren eingesetzt, die Eingriffe nach der von ihm entwickelten Methode galten als medizinische Sensation. Drei der Operationen fanden am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm statt, das die Medizin-Nobelpreise auswählt. Nur einer der Patienten überlebte - seine künstliche Luftröhre wurde bei einer Operation 2014 in Russland wieder entfernt.

Cetirs Luftröhre war bei einer Operation in der Türkei beschädigt worden, bevor die Patientin sich der Operation in Stockholm unterzog. Später erhielt sie in den USA ein Spender-Organ, konnte sich jedoch nie wieder erholen. Macchiarini drückte in einer vom schwedischen Sender SVT veröffentlichten Erklärung sein Bedauern über Cetirs Tod aus und übermittelte den Angehörigen sein Mitgefühl. "Es wäre natürlich unangemessen, ihren frühen medizinischen Zustand und ihre Behandlung zu diskutieren", fügte er hinzu.

Macchiarini hatte 2011 weltweite Berühmtheit erlangt, als er zum ersten Mal eine künstliche Luftröhre einsetzte, die von den Stammzellen des Patienten bevölkert werden sollte. Der Chirurg zeigte sich in der Fachzeitschrift "The Lancet" überzeugt vom Funktionieren seiner Methode. Als Fälschungen in dem Artikel entdeckt wurden und mehrere seiner Patienten starben, wurde Macchiarini schließlich vom Karolinska-Institut entlassen. Die schwedische Polizei ermittelt gegen den Arzt.

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