Die Siedlung mit der Maus

Die Jäger und Sammler der Urzeit sind offenbar schon deutlich früher sesshaft geworden als bislang angenommen. Es sind die jahrtausendealten Spuren von Hausmäusen, die Wissenschaftler diese Schlussfolgerung ziehen lassen, wie die US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" in ihrer neuen Ausgabe berichtet.

Dass sich die urzeitlichen Menschen dauerhaft an einem Ort niederließen, ist demnach daraus erkennbar, dass sich an diesem Ort die Hausmaus (Mus musculus domesticus) stärker ausbreitete und die Population der Feldmaus (Mus macedonicus) abnahm.

Die Wissenschaftler hatten Fossilien von Mäusezähnen aus einem Siedlungsgebiet der sogenannten Natufien-Kultur im Jordantal untersucht. Dabei stellten sie fest, dass sich die Hausmaus dort schon vor 15.000 Jahren breit gemacht hatte. Dies lässt dem Bericht zufolge schließen, dass das Nomadenleben der urzeitlichen Menschen schon 3000 Jahre früher zu enden begann als nach bisherigen Erkenntnissen.

Bislang wurde der Übergang vom Wanderleben zur Sesshaftigkeit der Urzeitmenschen mit dem Beginn des Ackerbaus in Verbindung gebracht, dessen früheste bekannte Spuren 12.000 Jahre alt sind. Die neuen Forschungen lieferten nun einen ersten Beleg dafür, dass Menschen schon vor 15.000 Jahren "lange genug an einem Ort lebten, um die örtliche Tierpopulation zu beeinflussen," sagte die US-Anthropologin und Ko-Autorin der Studie, Fiona Marshall.

Die Hausmaus ist ein sehr frühes Beispiel für die Domestizierung, also die Veränderung einer Tierart unter menschlichem Einfluss. Die Mäuse fühlten sich von den menschlichen Behausungen angezogen, weil sie dort Unterschlupf und Nahrungsreste fanden. So wurde aus der wild lebenden Feldmaus die Hausmaus. Hausmäuse sind grau und haben einen längeren Schwanz als die braune Feldmaus.

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