Siemens lanciert neue Blockchain-Initiative für lokalen Energiehandel

Jacob Gleiss
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Siemens testet ein neues Blockchain-Projekt in der bayrischen Gemeinde Wildpoldsried. Dieses soll den Stromhandel zwischen Privatpersonen ermöglichen. Unterstützt wird das Projekt durch die Fachhochschule Kempten.

Am 22. Oktober 2020 kündigte Siemens an, eine Blockchain-basierte Handelsplattform namens „Pebbles“ zu testen. In der bayrischen Gemeinde Wildpoldsried soll die Technologie erstmals zum Einsatz kommen. Die Gemeinde produziert siebenmal soviel erneuerbare Energie als sie verbraucht. Die Blockchain soll nun dafür sorgen, dass die Gemeinde ihren Strom eigenständig und direkt vor Ort vermarkten kann.

Siemens arbeitet bereits seit 2018 an dem Peer-to-Peer-Projekt. Die Initiative des Regionalversorgers Allgäuer Überlandwerk (AÜW), Netzbetreiber AllgäuNetz und Siemens läuft unter dem Namen Kiesel. Stefan Jessenberger, Kieselprojektinitiator bei Siemens beschreibt das Projekt wie folgt:

Bei Pebbles geht es um die Schaffung einer lokalen Energiehandelsplattform, die in der Lage ist, die Netznutzung und -stabilität zu optimieren, indem sie die verfügbare Flexibilität bei Angebot, Speicherung und Nachfrage nutzt. Das vielleicht wertvollste Kapital in dieser Gleichung ist die angebotene Flexibilität.

Privater Stromverkauf via App

Die Initiative beschäftigt sich mit einer App, mit deren Hilfe private Stromproduzenten ihren Strom an lokale Verbraucher verkaufen können. Direktvermarkter oder klassische Stromversorger müssten nicht mehr einbezogen werden. Außerdem hätten Nutzer die Möglichkeit, den entsprechenden Anteil und Preis für Strom aus lokalen Photovoltaik- und Windkraftanlagen selber festzulegen. Eine Blockchain soll dafür sorgen, dass alle Angaben transparent sind.

Indes erkläre Siemens, dass auf der Plattform außerdem steuerbare Lasten wie Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge handelbar seien. Das Projekt soll verdeutlichen, dass die Kosten für die Energiewende gesenkt werden können.

Wenn ich eine Bitte an die verantwortlichen Politiker richten könnte, dann wäre es diese: Schauen Sie sich die regionalen Energiesysteme an – jetzt!

appeliert der Geschäftsführer von AÜW Michael Lucke an die Politik. Ihn reizt an dem Projekt vor allem, Dienstleistungen zu untersuchen, die einen Platz in einer vollständig dezentralen Energielandschaft haben. Er sei davon überzeugt, dass ein regionaler Energiemarkt einen Mehrwert für den Verbraucher schafft. Die bayrische Gemeinde Wildpoldsried freue sich indes darauf, schon bald eine Gemeinschaft von Energiehändlern zu werden.

Source: BTC-ECHO

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