Simone Thomalla: Schauspielerei hat viel mit Verzicht zu tun

Simone Thomalla sprach nun ganz offen über die Nachteile ihres Berufs. (Bild: Action Press)

Der Beruf des Schauspielers steht noch immer ganz oben auf der Wunschliste vieler. Es warten Erfolg, Einladungen zu tollen Events und das ganz große Geld – sollte man meinen. Denn die Realität sieht anders aus, beklagt eine, die es wissen muss: Simone Thomalla.

Die 51-Jährige startete ihre TV-Karriere vor über 30 Jahren. Mittlerweile gehört sie zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen des Landes, war regelmäßig als „Tatort“-Ermittlerin tätig und hat in der Filmreihe „Frühling“ die Hauptrolle der Dorfhelferin Katja Baumann übernommen. Nun kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück und steht auf der Theaterbühne. Bleiben mit steigendem Alter wohl die spannenden Angebote aus, oder warum geht Simone Thomalla nun einen Schritt in ihrer Vita zurück? „Ich wollte für mich einfach mal wieder eine ganz neue Herausforderung haben, den Beruf anders spüren, ‚back to the roots’ sozusagen. In dieser Abwechslung zwischen Bühne und Fernsehen liegt eine intensive Kraft, und da kommt so etwas wie Angst vor dem Alter nicht auf“, sagt sie gegenüber der Zeitung „Rheinische Post“.

Nach über 20 Jahren kehrt sie auf die Theaterbühne zurück. (Bild: Action Press)

Auch wenn Simone Thomalla es sich erlauben kann, Abwechslung in ihren Beruf zu bringen, so warnt sie andere vor den Schattenseiten: „Ich weiß nur nicht, ob ich als junge Frau den Beruf nochmals ergreifen würde. Oder ob ich es anderen raten kann. Bist du erfolgreich, hat es sehr schöne Seiten, aber hat auch viel mit Verzicht zu tun. Auf Familie, auf ein Zuhause. Ständig in einer fremden Stadt zu leben, in einem fremden Bett zu schlafen, ist nicht immer leicht.“ Verzicht ist jedoch nicht das Einzige, im Interview warnt die studierte Schauspielerin sogar: „Hast du keinen Erfolg, lebst du an der Armutsgrenze. Nur wenige können allein von der Schauspielerei leben – geschweige denn gut leben.“

Die Vergangenheit bereut sie jedoch nicht. (Bild: Action Press)

Schon jetzt bekommt sie die Folgen des wechselnden Fernsehinteresses zu spüren: „Die Sender, die wirklich noch Filme machen, die uns interessieren und auch einen Auftrag erfüllen, das sind die Öffentlich-Rechtlichen. Die Privaten produzieren weniger als früher, setzen mehr auf reine Unterhaltung.“ Doch auch wenn es scheint, als habe Simone nichts Gutes über das Business zu berichten, so ist sie froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben und fasst zusammen: „Es gibt nichts, was ich bereue, überhaupt nichts!“

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