Sing meinen Song, Folge 7: Wie Mark Forster auf dem Jakobsweg zum Popstar wurde

Dienstagabend drehte sich alles um die „Hitmaschine“ Mark Forster. (Bild: MG RTL D/Markus Hertrich)

Die siebte Folge der aktuellen „Sing meinen Song“-Staffel drehte sich um den Gastgeber Mark Forster. Dabei gab es neben jeder Menge Anekdoten aus dessen Leben viele Hits und einen Überraschungsgast.

Die Geschichte des Abends: Mark Forster erzählte, dass er seine Popstar-Karriere dem Jakobsweg zu verdanken habe. „Ich bin vor zehn Jahren den Jakobsweg gelaufen. Das hat mein Leben verändert. Ich habe auf dem Jakobsweg entschieden, dass ich, wenn ich zurückkomme, versuchen werde, Musiker zu werden“, so Forster – der mit bürgerlichem Namen Marek Ćwiertnia heißt. „Ich bin 1.000 Kilometer zu Fuß gelaufen, danach war ich ein anderer Mensch.“

Von den Kollegen gab es erwartungsgemäß eine Menge Lob. Rea Garvey bezeichnete Forster als den „Bruno Mars von Deutschland“, Leslie Clio fand gar einen Superlativ: „Keiner kann die deutsche Sprache so geil singen.“ Nur Revolverheld-Frontmann Johannes Strates bemerkte: „Mark hat einfach so ein unglaublich langweiliges Gesicht, dass er sich eine Brille aufsetzen muss und ein Käppi, damit ihn jemand erkennt. Sonst sieht er aus wie eine weiße Wand.“ Das war natürlich ein Scherz.

Weil Forster Geburtstag hatte, musste jemand anderes durch den Abend führen. Das übernahm Judith Holofernes – und die blühte in ihrer neuen Rolle auf. „Gut abgelanzt“, kommentierte Forster anerkennend.

Leslie Clio mit „Auf dem Weg“

Leslie Clio suchte sich die erste Single von Mark Forster aus. „Mark hatte da seinen unverwechselbaren Stil nicht gefunden“, kommentierte Holofernes das Video. „Das ist doch Bauer Bob“, spottete Rea Garvey. „Ich hatte mich eventuell modisch noch nicht ganz gefunden“, kommentiert die „Hitmaschine“ selbst seine Mützenwahl.

Clio legte „Auf dem Weg“ als sentimentale Piano-Ballade an und ließ den Soul-Pop außen vor. Forster gefiel die Version seiner Kollegin, die laut eigenen Angaben seine Alben nie ganz durchgehört hat, sichtlich. „Das hat was mit ihm gemacht, das find ich schön“, kommentierte Clio ihre Version. „Das hatte was von einem Old-School-Schlager-Einschlag auf eine ganz entzückende Art und Weise.“

Leslie Clios Version von “Auf dem Weg” rührte den Gastgeber (Bild: MG RTL D / Markus Hertrich)

Forster wurde sichtlich sentimental: „Es ist viel passiert zwischen dieser Zeit und heute“ – und fand nur schwer die richtigen Worte. „Kaum muss er nicht mehr moderieren, fängt er an, zu stottern“, stichelte Holofernes.

Johannes Strate mit „Bauch und Kopf

Strate knöpfte sich den traditionell letzten Song eines Forster-Konzerts vor. „Ich fand das von Anfang an einen grandiosen Song und tollen Text“, kommentierte der Revolverheld-Frontmann seine Wahl. Die Band rückte auf der Bühne näher zusammen, Strate schnappte sich die Gitarre und schaffte eine nahezu perfekte Popballade, die auch zu seiner Hauptband passen würde. Marian Gold war, wie alle anderen auch, begeistert: „Johannes ist so ein Cowboy, das ist ein Held. Der geht einfach immer an die größten Sachen ran – und dann überlegt er sich aber auch immer was. (…) Da krieg’ ich ne Gänsehaut.“

Mary Roos mit „Zu dir“

Eine charmante Reise in die Siebziger unternahm Mary Roos: Sie machte aus Forsters Fernbeziehungs-Geschichte „Zu dir“ ein beschwingtes und optimistisches Schlager-Chanson, das Forster schnell zu Begeisterungsrufen verleitete. Das gab natürlich eine dicke Umarmung und großes Lob vom Besungenen. „Wenn Mary auf die Bühne geht, dann stimmt einfach alles, dann ist alles perfekt. Man hat sogar den Eindruck, dass sogar die Grillen leiser werden, um den Auftritt nicht zu versauen.“

Mark Forster feat. Gentleman „Like a Lion“

„Ich habe mir eine ziemlich oberamtliche Chefüberraschung einfallen lassen und habe einfach Gentleman eingeflogen“, überraschte Forster die Gäste. „60 Stunden Flug für drei Minuten 30 Musik“, scherze Gentleman, der bei der letzten Staffel als Kandidat mit dabei war. Der lange Flug hat sich aber ausgezahlt: Forster präsentierte einen atmosphärischen Song zwischen Pop, Ethno und Reggae mit Elektronik-Elementen. „Like a Lion“ ist nicht die typische Forster-Nummer – hat aber hörbar Hitpotenzial.

Mark Forster hat sich einfach mal Gentleman als Verstärkung ins Boot geholt (Bild: MG RTL D / Markus Hertrich)

Marian Gold mit „Wir sind groß“

„Wir sind groß“ war der passende Titel für Marian Gold, denn auch seine Gefühle sind immer betont groß. Riesengroß sogar – sodass man ein wenig Angst hat, dass er vor lauter Emotion platzt. Zu Forsters Songs aber passte Golds sehr affektierte Art, zu singen nicht so wirklich – denn während Forster zwar fette Refrains hat, aber gesanglich eher auf Understatement setzt, machte Gold das genaue Gegenteil. Wie schon in den vergangenen Wochen merkte man: Gold will aus allem eine Rockoper machen und hat wohl etwas zu viel Meat Loaf gehört.

Rea Garvey mit „Stimme“

Rea Garvey wagt hin und wieder etwas – dieses Mal wieder eine Nummer mit viel Text gänzlich auf Deutsch. Er sang den Song „Stimme“, eine Kollaboration Forsters mit Felix Jaehn. „Das schafft Garvey mit charmantem irischen Akzent – und auch wenn seine Kollegen über seine Aussprache des Wortes „Rat“ schmunzelten, waren alle ganz angetan vom Iren und seiner Version.

Judith Holofernes überzeugte nicht nur als Moderatorin, sondern auch mit ihrer Interpretation der Forster-Nummer „Kongong“. (Bild: MG RTL D/Markus Hertrich)

Judith Holofernes „Kokong“

Zum gefühlt ersten Mal änderte Judith Holofernes nichts am Text des von ihr gewählten Liedes. Sie macht aus „Kokong“ eine melancholische, atmosphärische Ballade. Hier geschah etwas Bemerkenswertes: Obwohl ihre Musik und die von Forster auf den ersten Blick viel trennt – sie eher alternativ, er im Mainstream verhaftet – könnte „Kokong“ auch als „Wir sind Helden“-Song durchgehen.

Und die Konfetti-Kanone ging an:

Leslie Clio. Sie konnte Forster mit „Auf dem Weg“ am meisten bewegen – durchaus verdient, da ihre Darbietung recht untypisch für sie war und Forster sichtlich nostalgisch werden ließ.

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