Smarter Schönling

Die Verkäufe von Desktop-Computer und Notebooks gehen dramatisch zurück: Intel hat das Geschäft mit Smartphones (und Tablets) dennoch lange ignoriert. Das kürzlich vorgestellte RAZR i von Motorola ist das erste Smartphone, im dem ein Intel-Chip für die Rechenleistung sorgt. Es erwies sich im Praxistest als flotter und energieffizienter Begleiter mit schneller Kamera, zuverlässigem Prozessor und ausdauerndem Akku.

Motorola bringt das RAZR i (für den Betrieb wird eine Micro-SIM-Karte benötigt) mit dem Betriebssystem Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) in den Handel. Ein Update auf Android 4.1 (Jelly Bean) sei in Planung. 399 Euro (UVP) kostet das RAZR i - und ist gemessen an Ausstattung und Verarbeitungsqualität preiswert. Samsung etwa verlangt für das Galaxy SIII 699 Euro, Apple will für das iPhone 5 mindestens 679 Euro haben. Mit den beiden beliebtesten Smartphones kann es das RAZR i durchaus aufnehmen.

Im Gegensatz zur Zwei- oder Vier-Kern-Konkurrenz hat der Atom-Prozessor von Intel nur einen Kern. Der ist aber bis zu zwei Gigahertz schnell - und das macht sich bemerkbar. Das RAZR i ist rasend schnell, die Bedienung flüssig, aufwendige Apps oder HD-Filme laufen ohne zu ruckeln. Der Atom-Prozessor passt die Rechengeschwindigkeit dabei dem tatsächlichen Bedarf an - was sich positiv auf den Stromverbrauch auswirkt.

Das RAZR i hält dank des mit 2000 mAh üppigen Akkus lange durch: Intensivnutzer und Vielsurfer müssen nur einmal am Tag ans Stromnetz. Wer auf Push-Nachrichten und dauerhafte E-Mail-Synchronisation verzichtet, kann die Steckdose auch mal zwei Tage ignorieren. Das Manko: Der Akku ist fest verbaut und nicht wechselbar.

Die Kamera ist in weniger als einer Sekunde startklar und macht hochwertige Fotos mit wenig Bildrauschen. Videos werden in Full-HD-Qualität aufgenommen und können intern gespeichert werden (vom 8-GB-Speicher stehen fünf Gigabyte zur freien Verfügung) oder auf einer Micro-SD-Karte (maximal 32 GB) abgelegt werden.

Das 4,3-Zoll große Amoled-Display mit ordentlichen 960 mal 540 Bildpunkten ist knackscharf und gibt Farben brillant wieder. Durch den schmalen Gehäuserahmen wirkt es außerordentlich groß - trotz der kompakten Bauweise (60,9 x 122,5 x 8,3 mm). Insgesamt ist das RAZR i sehr ergonomisch und liegt fantastisch in der Hand. Das spritzwassergeschützte Gehäuse besteht aus Aluminium, das Display aus kratzfestem Corning-Gorilla-Glas, die Rückseite wurde aus robustem Kevlar gefertigt.

Auch in Sachen Anschlussmöglichkeiten überzeugt das Taschentelefon: Neben Micro-USB-Anschluss, gibt es WLAN und Bluetooth für den drahtlosen Datenaustausch. Außerdem ist die "Near Field Communication"-Technologie (NFC) bereits an Bord: Damit lassen sich mit kompatiblen Geräten kontaktlos Daten austauschen. NFC soll in Zukunft auch für bargeldloses Bezahlen angewendet werden.

Mit den "Smart Actions" lasst sich das RAZR i sogar ein bisschen automatisch bedienen: Je nach individueller Voreinstellung erkennt das Telefon anhand von Uhrzeit, GPS-Daten oder verfügbarem WLAN-Netzwerk, was es gerade tun soll. Wenn man zum Beispiel ins Büro kommt, stellt es den Klingelton aus und verabschiedet sich in den Energiesparmodus. Neben den herkömmlichen Methoden der Displayentsperrung (PIN, Muster) verfügt das RAZR i auch über eine Gesichtserkennung: Sie funktioniert erstaunlich zuverlässig, man sollte sein Gesicht vorher aber mindestens ein Dutzend Mal in verschiedenen Lichtsituationen speichern.

Ärgerlich ist, dass Motorola den HDMI-Anschluss der Vorgänger-Modelle wegrationalisiert hat. Wer bereits ein Motorola-Smartphone besitzt (Atrix oder RAZR) und sich ein Lapdock gekauft hat, wird für die Markentreue nicht belohnt: Die clevere Erweiterung, die das Handy zum Android-Notebook macht, ist mit dem RAZR i nicht nutzbar.

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