Smartphone-Bank N26 bekommt 300 Millionen Dollar für weiteres Wachstum

N26-Gründer Valentin Stalf

Die Smartphone-Bank N26 hat von internationalen Investoren frisches Geld für ihr weiteres Wachstum erhalten. N26 sammelte in der jüngsten Finanzierungsrunde 300 Millionen Dollar (rund 260 Millionen Euro) ein, wie die Bank mit Sitz in Berlin am Donnerstag mitteilte. Damit ist sie nach eigenen Angaben nun 2,7 Milliarden Dollar wert. Deutsche Startups erhielten einer Studie zufolge 2018 insgesamt 4,6 Milliarden Euro - ein neuer Rekord.

Die 300 Millionen Dollar seien die größte Summe, die ein Fintech-Unternehmen in Europa in den vergangenen Jahren eingesammelt habe, teilte die Bank mit. N26 habe damit insgesamt bereits mehr als 500 Millionen Dollar von Geldgebern erhalten. Unter den Investoren sind etwa die Allianz und das chinesische Internetunternehmen Tencent.

Mit einer Bewertung von 2,7 Milliarden Dollar ist die Bank das erste deutsche Fintech-"Einhorn", wie das "Handelsblatt" schrieb. So werden junge Unternehmen bezeichnet, die mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden.

N26 war 2013 gegründet worden und startete in Deutschland und in Österreich. Die Bank hat mittlerweile nach eigenen Angaben über 2,3 Millionen Kunden in 24 Ländern mit Geldeinlagen von über einer Milliarde Euro. Für die Bank arbeiten rund 700 Menschen in Berlin, Barcelona und New York.

Mitgründer Valentin Stalf erklärte am Donnerstag, N26 habe mit der neuen Finanzierungsrunde "mehr denn je die Chance, mit den besten Investoren der Welt eine der größten Industrien umzukrempeln". Die Bank will in den kommenden Jahren weltweit über 100 Millionen Kunden erreichen. Allein in diesem Jahr solle eine Verdopplung auf mindestens fünf Millionen Kunden erreicht werden, sagte Stalf der "Welt".

Deutsche Startups erhielten nach einer Studie der Beratungsgesellschaft EY im vergangenen Jahr mit knapp 4,6 Milliarden Euro so viel Geld "wie nie zuvor". Das war ein Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zu 2017. Auch die Zahl der Investitionen erreichte mit 615 einen neuen Höchststand, wie EY am Donnerstag mitteilte.

Platz eins der Bundesländer belegte erneut Berlin mit 2,64 Milliarden Euro - obwohl dies ein Rückgang von elf Prozent war. In der Hauptstadt erhielten 2018 insgesamt 229 Startups Finanzierungen. Kräftig zulegen konnten die Länder Bayern mit gut 800 Millionen Euro für 117 Firmen, Hamburg mit 548 Millionen Euro für 40 Firmen und Nordrhein-Westfalen mit 243 Millionen für insgesamt 59 Startups.

Das meiste Geld floss erneut in Firmen aus dem Bereich E-Commerce, etwa Automobilplattformen, Mode und Möbel, erklärte EY. Einen massiven Anstieg gab es bei Firmen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Softwarelösungen. EY schaut sich für sein Barometer Firmen an, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt.