"So doof kann man nicht sein!": Günther Jauch verzweifelte an dieser Geografie-Frage

Christina Raftery
·Lesedauer: 4 Min.

Es ging um die Ehre: In drei Ausgaben verlor Günther Jauch bereits drei Mal gegen das Prominententeam. Das konnte das Moderator-Urgestein nicht auf sich sitzen lassen konnte. Allerdings verzweifelte er beim Geografie-Test. Zur Beruhigung erstmal einen Biberschnaps!

Würde er am Ende wieder als der große Verlierer dastehen? Diese bange Frage stellte sich in der vierten "5 gegen Jauch"-Ausgabe der Saison nicht nur Günther Jauch. In seiner Konkurrentenriege saß auch Schauspieler Oliver Korittke, der nach eigenen Angaben noch nie bei einem Spieleinsatz gewonnen hatte. Gemeinsam mit Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze, Entertainer Matze Knop, Sänger Pietro Lombardi und Moderator Marco Schreyl stellte er sich der Herausforderung, das verkörperte Allgemeingewissen Jauch in die Bredouille zu bringen. Strategie und Hindernis zugleich: Schon in den ersten Fragerunden war Hochgeistiges im Spiel.

Jauch punktet mit "stummelartigem Rudiment"

Schon spannend, dass im Kölner Dom seit Kurzem glutenfreie Hostien angeboten werden. "Ein kurzes Signal an den Kommunionhelfer genügt", wie Moderator Oliver Pocher ausführte. Doch wer um alles in der Welt "besitzt anstelle eines stattlichen Schwanzes nur ein stummelartiges Rudiment?" Richtig, Herr Jauch, das Faultier!

Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde es im Rudimentenvergleich der beiden fast rein männlichen Parteien beschwingt: Die Weinbrandbohne, da zeigte sich Jauch souverän, sei eine Erfindung Hugo Asbachs, was direkt von allen Kandidaten verkostet werden konnte. Halt, nur einer hielt stand: Einem erstaunten Millionenpublikum erzählte Jungstar Pietro Lombardi, dass er noch nie in seinem Leben Alkohol probiert habe. Seine Initiation ließ auch in "5 gegen Jauch" weiter auf sich warten: Das Ergebnis der Frage "Welcher Lebensmittelzusatzstoff ist in den USA erlaubt: Igelcool, Rattenkrass, Marderderb oder Bibergeil?", die die Promis für sich entschieden, verweigerte er ebenfalls entschieden - dabei ist es doch nur eine moschusähnliche Ausscheidung des Bibers, die dem pelzigen Nager sowohl zur Fellpflege als auch zur Markierung seines Reviers dient. Die Substanz aus dem Biberhintern lässt sich allerdings auch bestens zu Schnaps verarbeiten, den Pocher sich und seinen Kandidaten prompt kredenzte - mit bestem Ergebnis für die Studiostimmung. Oder wie Janine Kunze mehrfach kommentierte: "Alter Verwalter!"

Alles im Sack

Erstaunlichen "Fun Facts" waren auch diesmal keine Grenzen gesetzt: Zum vorläufigen Siedepunkt kam die Atmosphäre beim Auftritt des Dudelsack-Ensembles "Pipers of the World". Wie Jauch zuvor korrekt vermutete, besteht eine jahrhundertealte britische Tradition im 15-minütigen Live-Auftritt eines Dudelsackspielers, mit dem Queen Elizabeth in den Tag startet ("Geht ihr sicher selber auf den Sack, aber aus der Nummer kommt sie wohl nicht raus", so Matze Knop). Das musste Oliver Pocher unbedingt nachspüren, natürlich im Schottenkaro und mit seinem eigenen Dudelsack, dem er allerdings nur mühevoll Töne entlockte.

Auch sonst gab die derzeitige RTL-Allzweckwaffe showtechnisch alles: Vom Schubkarren ("Kippjapaner")-Stunt mit Marco Schreyl über eine halsbrecherische "Hand auf Hand"-Akrobatik-Einlage mit dem Brüder-Duo "Fratelli Caveagna" vom Zirkus Roncalli bis hin zu einem heißen Match mit Tischfußball-Weltmeisterin Lilly Andres gab es kaum Atempausen - und erst recht nicht bei den Joker-Challenges mit Jauch, in denen beispielsweise Trinkbecher auf Flaschen geflippt und Gemüse in exakt gleiche Hälften geschnitten werden mussten.

Jauch an der Grenze: "So doof kann man nicht sein!"

Vielfältig wie immer präsentierte sich Günther Jauch als Verfechter des Analogen: Auf "Was muss gemäß § 54b StVZO in Kraftomnibussen mitgeführt werden?" bestand er auf dem Straßenatlas (korrekt war allerdings eine "windsichere Handlampe"). Durchaus mit dem Begriff des "kontrafaktischen Denkens" vertraut, erklärte er, warum ein dritter Platz zufriedenstellender sei als ein zweiter.

Erschreckende Schwächen offenbarte er bei seinen Geografie-Kenntnissen: "Wobei handelt es sich um Nachbarländer eines Nachbarlandes von Deutschland?", wollte Pocher wissen. Jauch sollte von zehn Antwortmöglichkeiten die fünf richtigen und die fünf falschen zuordnen. Nach kurzer Schrecksekunde schlussfolgerte er Oberlehrer-haft los - bis zur letzten Option: Lettland oder Russland? Jauch entschied sich für Lettland als ein Nachbarland von Deutschland - und ahnte bereits, dass er womöglich daneben gelegen war. Plötzlich erinnerte sich an eine Reise nach Russland und schimpfte über sich selbst: "Ich Idiot! Ich war selber schon da. So doof kann man nicht sein!"

Kontrafaktisch, wie sich herausstellte: Der Wiener Zoo Schönbrunn als ältester der Welt brachte ihm am Ende doch noch den Sieg. Und wo genau Uganda liegt, muss sich Jauch einfach nochmal genau ansehen: Eventuell fließt das Preisgeld in Höhe von 33.400 Euro nämlich in eine dort wohltätige Organisation.