So können Bier und Chips zum Klimaschutz beitragen

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So spart Kreislaufwirtschaft Treibhausgase: Eine neue Technologie soll es ermöglichen, CO2 aus der Bierproduktion aufzufangen und mit Kartoffelresten aus der Chipsherstellung zu Dünger zu verarbeiten.

Die Bier- und Chipsherstellung können so miteinander verknüpft werden, dass sie weit weniger klimaschädliche Emissionen verursachen. Foto: Symbolbild / gettyimages / Dias Studio
Die Bier- und Chipsherstellung können so miteinander verknüpft werden, dass sie weit weniger klimaschädliche Emissionen verursachen. Foto: Symbolbild / gettyimages / Dias Studio

Chips und Bier sind nicht nur nach Feierabend eine perfekte Kombination: Auch für den Umweltschutz kann die Herstellung der beiden Produkte sinnvoll miteinander verknüpft werden.

Der britische Lebensmittelhersteller Walkers, insbesondere von Kartoffelchips, will bald eine entsprechende neue Technologie einsetzen. Insgesamt könnten dadurch die CO2-Emissionen des Unternehmens um bis zu 70 Prozent gesenkt werden.

Abfall als Ausgangsstoff

Die Idee dahinter ist der Kreislaufwirtschaft entlehnt, wobei Abfall, der bei der Herstellung eines Produkts entsteht, als Rohstoff für ein zweites Produkt dient. Walkers möchte künftig CO2, das in großen Mengen bei der Bierherstellung entsteht, auffangen und zu Dünger verarbeiten. Der Dünger soll dann auf Kartoffelfeldern ausgebracht werden, um die Chips-Herstellung zu sichern.

Dadurch wird Treibhausgas an zwei Stellen eingespart: CO2 als Abfallprodukt der Bierbrauerei und in Form von Lachgas, das beim Einsatz von Düngern entsteht. Denn oft handelt es sich um Stickstoff-basierte Dünger. Stickstoff kann, wird er von Pflanzen nicht ganz aufgenommen, im Boden zu Lachgas umgewandelt werden. Laut Spiegel wirkt Lachgas 300 Mal stärker als Kohlendioxid und trägt sechs bis sieben Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt bei.

Bier-CO2, Kartoffelreste, Dünger, neue Kartoffeln

Der CO2-basierte Dünger, den Walkers einsetzen will, wurde von einem britischen Start-Up mit Namen Ccm entwickelt. Das Projekt wurde laut BBC von der Regierung bezuschusst und dieses Jahr erstmals getestet. Offensichtlich mit positivem Ergebnis: Denn kommendes Jahr will Walkers bereits eine Produktionsstätte in Leicester umrüsten.

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Dann kann vor Ort der sogenannte „Potato-Cake“ – das sind Kartoffelreste, die bei der Chips-Herstellung übrig bleiben – mit dem vorher aufgefangenen Bier-CO2 vermischt und zu einem nährstoffreichen Dünger verarbeitet werden. Laut Ccm ist ihr Kreislauf-Dünger nicht teurer als vergleichbare konventionelle Produkte.

Im Gespräch mit der BBC erklärt Ccm-Gründer Peter Hammond: „Für uns als Unternehmen bestand die Herausforderung nicht darin, die Kosten des Düngers zu senken, sondern in der Vermarktung. Das macht nun aber Pepsico für uns.“

Die Verbindung zu dem globalen Getränke-Konzern, das unter anderem Pepsi herstellt, ist schnell gezogen: Die Marke Walkers gehört Pepsico. Schon jetzt plant Pepsico die Zusammenarbeit mit Ccm auszuweiten und möchte auch aus anderen Abfallprodukten, wie Hafer- und Maisresten, gemeinsam mit Bier-CO2 Dünger gewinnen.

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Ein Unternehmens-Sprecher sagte der BBC dazu: „Diese Innovation könnte Erkenntnisse für den gesamten Lebensmittelsektor liefern und es vor allem der Landwirtschaft ermöglichen, einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten.“

Pepsico: Umweltschutz und Umweltverschmutzung

Pepsico tut sich in den vergangenen Jahren vermehrt durch Klimaschutz-Initiativen hervor: Kürzlich hat sich der Konzern verpflichtet, in neun europäischen Staaten ab 2022 nur noch recycelte Plastikflaschen verwenden zu wollen. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille: Denn gleichzeitig landet Pepsico seit Jahren auf den vordersten Plätzen der größten Plastikmüll-Produzenten. Zuletzt auf Rang zwei bei einer globalen Untersuchung der „Break Free From Plastik“-Kampagne.

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Dabei haben zahlreiche Umweltschutzorganisationen in insgesamt 55 Ländern Plastikmüll gesammelt und insgesamt 364.494 Verpackungen nach Markennamen sortiert. Das Ergebnis des „Global Brand Audit Report“. Die Top-3 Plastikmüll-Produzenten: Coca-Cola, Pepsico und Nestlé.

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