So wird der neue "Tatort: Borowski und das dunkle Netz" aus Kiel

Axel Milberg und Sibel Kekili in ihrem Element: Mordermittlungen

Schauspieler Axel Milberg (60) entführt uns in seiner Paraderolle des kauzigen Kommissars Klaus Borowski in seinem neuen Fall "Tatort: Borowski und das dunkle Netz" (Sonntag, den 19. März ab 20:15 Uhr, das Erste) in die Untiefen der Cyber-Kriminalität und des Darknets. Natürlich wird er erneut von seiner Kollegin Sarah Brandt alias Sibel Kekilli (36) als Computerspezialistin unterstützt. Doch eines vorneweg: So ganz will der Funke dieses Mal nicht überspringen.

Die Fans der Kieler Ermittler lieben eigentlich die düsteren Welten, in die der Zuschauer zwangsläufig gezogen wird - flankiert von diesem unnahbaren aber doch sympathischen Kommissar. Doch dieses Mal handelt es sich eher um einen Rohrkrepierer, der zwar toll und spannend beginnt, dann aber von Minute zu Minute zu einem eher schwächeren Sonntagsabend-Krimi mutiert. Schuld daran sind in diesem Fall aber nicht die Schauspieler, sondern die Autoren, die sich in mehreren Bereichen verzetteln. Doch wie immer, der Reihe nach:

Darum geht's

Jürgen Sternow, Leiter der Spezialabteilung Cyber-Crime des Landeskriminalamtes Kiel, wurde Opfer eines Mordanschlags in einem Fitness-Center. Die Vermutung liegt nahe, dass der Täter im Umfeld der rasant wachsenden Internetkriminalität zu suchen ist. Die Kommissare Borowski und Brandt werden vom zuständigen Staatsanwalt mit den Ermittlungen betraut. Während Borowski sich zunächst technische Spezialkenntnisse aneignen muss, ist Sarah Brandt als ehemalige Hackerin in ihrem Element.

Aber wie jagt man einen Täter, der in keinerlei Beziehung zum Opfer stand und es mit allen Tricks versteht, sich im Darknet zu verbergen? Als es Brandt gelingt, eine Lücke in der scheinbar perfekten digitalen Tarnung des Auftragsmörders zu entdecken, kommen sie dem Killer langsam aber sicher auf die Spur. Doch steckt noch mehr dahinter?

Lohnt sich das Einschalten?

Naja... Der Film startet zunächst mit tollen Szenen: Aus der Ego-Shooter-Perspektive ist man bei den ersten Morden live dabei, was einen unmittelbar in die Story hineinzieht und Lust auf mehr macht. Doch irgendwie wird dieser starke erste Eindruck nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil: Erneut bedienen sich die Macher im Verlauf des Filmes völlig alberner Stereotypen. Junge Menschen, die sich im Internet auskennen, sind im wahren Leben einfach selten schräge Typen. Die zwei nerdigen Mitarbeiter der "Cyber Crime"-Abteilung sind so dermaßen überzeichnet, dass es selbst in einer Satire zu viel wäre. Muss das denn auch 2017 noch sein?

Fazit: Sicher einer der schwächeren Borowski-Fälle, der ein interessantes und aktuelles Thema nicht im Ansatz umfasst und erklärt. Am Ende kommt dann naturgemäß auch nur ein mittelmäßiger Film zustande. Ach übrigens: Eine Spannungskurve ist im Prinzip kaum vorhanden. Auch weniger gewiefte Zuseher werden relativ schnell wissen, wer der Strippenzieher hinter den Morden ist - trotz zahlreicher Ablenkungsmanöver der Autoren. Das Finale verpufft total. Das geht alles deutlich besser!

Foto(s): NDR/Christine Schroeder

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