Sogar im eigenen Prospekt: So aggressiv kämpft Aldi mit Preisvergleichen für die Eigenmarken

Obwohl er durch die Inflation Marktanteile gewonnen hatte: Auch Discounter Aldi kämpft nachdrücklich um das Preisimage. - Copyright: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
Obwohl er durch die Inflation Marktanteile gewonnen hatte: Auch Discounter Aldi kämpft nachdrücklich um das Preisimage. - Copyright: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

„49 Prozent sparen mit der Eigenmarke“ prangt es auf der Prospekt-Doppelseite. Darüber eine bunte Zusammenstellung von Eigenmarken-Artikeln, darunter die Markenpendants, von Salzstangen und Frischkäse über Pesto und Schokolade bis hin zu Cola, Sekt und Wasser – alles aufsummiert auf zwei getrennten Bons. So warb Aldi Nord in der zweiten Januarwoche im eigenen Prospekt und zog damit in den Neujahrs-Preiskampf.

Marke gegen Eigenmarke: Dem Preisvergleich widmete Aldi Nord gleich eine Doppelseite. - Copyright: Aldi Nord
Marke gegen Eigenmarke: Dem Preisvergleich widmete Aldi Nord gleich eine Doppelseite. - Copyright: Aldi Nord

Es wirkt wie eine Richtigstellung. Denn auch bei den Eigenmarken waren die Preise im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Spaghetti beispielsweise waren von 65 Cent im Januar auf mittlerweile 99 Cent pro 500 Gramm geklettert, wie unter anderem die „Lebensmittelzeitung“ (LZ) berichtet hatte. Zucker hat sich demnach im Preis fast verdoppelt (von 79 Cent auf 1,49 Euro je Kilo).

Und so warb Aldi Nord weiter: „Marken bei Aldi – Eigenmarken von Aldi“ lautete ein vergleichendes Segment in den folgenden Prospekten. Markenartikel und Eigenmarken-Pendant nebeneinander, die Eigenmarke mindestens 50 Prozent günstiger. Keine Rabatte bei einem der Produkte, nur eine kleine Erinnerung: Immer noch drastisch günstiger als die Marke. Obwohl – oder gerade weil – die LZ zusammen mit der Preis-App Smhaggle schon im Oktober festgestellt hatte, dass der Preisvorteil der Eigenmarke im Schnitt von über 50 Prozent Anfang 2022 auf 46,2 Prozent geschrumpft war.

Aldi und Lidl kämpfen um das Preisimage

Auch Lidl setzt immer wieder auf Preisvergleiche zwischen Marke und Eigenmarke – denn die profilieren gerade in der Inflation das eigene Preisimage. Der Discounter schärft die eigenen Krallen aber auch an der Konkurrenz, verglich in einer Anzeige zu Beginn des Monats die eigenen Obst- und Gemüsepreise mit denen von Edeka – und griff dabei ein bisschen in die Trickkiste. So wurden für die bei Edeka deutlich teureren Paprika gleich ein ganzes Kilo berechnet, was direkt für die Hälfte des Preisunterschieds verantwortlich zeichnete.

Wie die LZ berichtet hatte, ist auch bei Discountern wie Aldi Süd die Sorge groß, als Preistreiber dazustehen. Vor allem, wenn die Preise weiter steigen. Und das tun sie: So hat der von NZZ-Journalist Simon Haas programmierte „Rewe-Preis-Bot“ auf Twitter schon bis Mitte Januar mehr Preiserhöhungen bei „Ja“-Produkten, der Eigenmarke des Supermarktes, registriert als im gesamten Dezember. Und die bewegen sich in der Regel auf dem Niveau der Eigenmarken-Preise bei den Discountern.