Sommer muss noch warten: extreme Wetterlagen statt Extremhitze

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Kräftige Niederschläge, Unwetter, Sturm: Am Wochenende hat sich das Wetter nicht von seiner sommerlichen Seite gezeigt. Wann aber kommt die Hitze, die seit Monaten prognostiziert wird?

Wann wird es endlich richtig Sommer: Bislang lässt die prognostizierte Rekordhitze noch auf sich warten. Wie lange noch? Foto: Symbolbild / gettyimages / Xurzon
Wann wird es endlich richtig Sommer: Bislang lässt die prognostizierte Rekordhitze noch auf sich warten. Wie lange noch? Foto: Symbolbild / gettyimages / Xurzon

Das Wetter am Wochenende war extrem: Kräftige Unwetter zogen über Deutschland hinweg, Tief „Octavia“ hat zu Überschwemmungen geführt und Schlammlawinen ausgelöst. Es wurden zudem mehrere Menschen von Blitzeinschlägen getroffen und verletzt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zahlreiche Warnungen herausgegeben.

Langzeitprognose für Sommer 2020: sehr lang und sehr heiß

Wie das britische Pendant zum DWD, das Met Office, bereits im vergangenen Dezember veröffentlicht hat, springt das Wetter dieses Jahr aber wohl von einem Extrem ins nächste: Denn laut der damaligen Langzeitprognose soll 2020 eigentlich ein Rekordsommer bevorstehen. Der Meteorologe Dominik Jung nannte die Vorhersage damals eine „Schockprognose“.

Die Zahlen des britischen Met Office sagten Temperaturen jenseits von 40 Grad Celsius vorher – und das über einen längeren Zeitraum hinweg. Das Jahr könnte dadurch zum zweitwärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850 werden. Bislang führt diese Liste das Jahr 2016 an, das vergangene Jahr 2019 folgt dahinter auf Rang zwei. Insgesamt bilden die fünf vergangenen Jahre auch gleichzeitig die fünf heißesten Jahre – wenn auch nicht in chronologischer Reihenfolge. Doch der Trend ist eindeutig und die britische Prognose für den Sommer 2020 passt da eigentlich hinein.

Trügerische Hoffnungen in den Juni

Und auch Meteorologin Corinna Borau vom Wetterdienst wetter.com hatte im Mai noch dazu gesagt: „Seit einigen Jahren schauen wir vermehrt mit Sorge auf die Sommervorhersagen. Extreme Hitze und fehlender Niederschlag scheinen langsam, aber sicher zur Normalität zu werden.“ Dieses Jahr werde wohl vor allem der Juni überdurchschnittlich heiß starten. Doch bislang lässt der sich ziemlich bitten.

Doch was lange vorhergesagt wurde, ist am Sonntag wohl endlich soweit: Während der Sommer bislang immer nur in Teilen Deutschlands ausbrach, wird es ab Ende der Woche voraussichtlich flächendeckend heiß. Der Wetterdienst Q.met meldet dann Maximalwerte von über 30 Grad Celsius.

Ob das allerdings der Auftakt zu einem Rekordsommer ist oder nur eine Phase im hier eigentlich normalen „Schaukelwetter“ – das ist ein Sommer, der immer wieder von kühlen und niederschlagsreichen Tagen unterbrochen wird – wird sich erst noch herausstellen.

Bis dahin bleibt das Wetter in Deutschland jedenfalls noch geteilt. Während in Norddeutschland Alarmstufe violett herrscht, das bedeutet laut DWD erhöhte Sonnenbrandgefahr aufgrund von starker UV-Strahlung, sind für das restliche Land Wolken, Regen und wieder kräftige Gewitter angesagt.

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